Die Tourismusreform knüpft hier an und soll Kärnten langfristig leistungsfähiger und wettbewerbsstärker machen. Das ist auch der Hintergrund der Organisationsreform: mehr Effizienz, klare Verantwortlichkeiten, höhere touristische Wertschöpfung auch durch zentral gesteuerte Kommunikations- und Verkaufsförderungsaktivitäten in den Kernmärkten Österreich und Deutschland sowie gezielter Ausbau internationaler Wachstumsmärkte durch die Kärnten Werbung.
Strukturreform
Aus bisher 125 Einheiten werden neun mehrgemeindige Tourismusverbände, um Doppelstrukturen abzubauen und die Schlagkraft zu erhöhen. Gleichzeitig soll durch Erlebnisräume und verpflichtende Tourismusforen die regionale Verankerung erhalten bleiben.
Abgabenreform
Die Abgabenreform vereinfacht das Finanzierungssystem und macht es transparenter, die Mittel werden stärker zweckgebunden, insbesondere für Mobilität und Infrastruktur. Die geplante Gästefreifahrt kann ein wichtiger Hebel für nachhaltige Mobilität und bessere Erreichbarkeit innerhalb der Destination sein.
Aufgabenreform
Die Aufgabenreform ordnet Zuständigkeiten zwischen Landes- und Regionalebene neu. Die Kärnten Werbung ist für die strategische Steuerung und zentrale Aufgaben wie internationale Vermarktung, Digitalisierung und Vertriebsunterstützung zuständig, die regionalen Tourismusverbände für die operative Umsetzung vor Ort, von Angebotsentwicklung über Infrastruktur bis hin zu Events.
Eine engmaschige Evaluierung durch alle Beteiligten – insbesondere die Unternehmen aus dem Blickwinkel der täglichen Arbeit am Gast und ihren unmittelbaren Erfahrungen – soll dazu beitragen, dass die Reform gelingt und damit mehr Wertschöpfung, längere Aufenthalte und mehr Nachfrage in der Nebensaison stattfinden.
Im Fokus der Tourismusmarke Kärnten 2025+ stehen Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Positionierung. Ziel ist die konsequente Ausrichtung auf Qualität. Gleichzeitig wird die Internationalisierung forciert. Neue Märkte insbesondere in Zentral- und Osteuropa sollen erschlossen und die touristische Ansprache in insgesamt zwölf Ländern ausgebaut werden, um zusätzliche Nachfrage zu generieren und die Abhängigkeit von einzelnen Herkunftsmärkten zu reduzieren.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Saisonverlängerung. Gezielte Impulse für Vor- und Nachsaison – etwa durch thematische Angebote wie Genussrad oder durch klimafreundliche Reiseanlässe – sollen die Auslastung über das ganze Jahr hinweg verbessern.
Nachhaltigkeit und Regionalität sind zentrale Elemente der Positionierung. Regionale Produkte, kurze Wertschöpfungsketten und nachhaltige Mobilitätsangebote werden gezielt als Qualitäts- und Entscheidungsfaktoren für Gäste weiterentwickelt. In der Kommunikation setzt Kärnten auf zielgruppenspezifische, digitale Kampagnen und eine klare Markenführung unter dem Leitmotiv „It’s my Life!“.
Für die Hotellerie ist entscheidend, dass diese strategische Ausrichtung konsequent in buchbare Angebote, stärkere Nachfrage und höhere Wertschöpfung übersetzt wird.
Tourismus ist Mobilität. Mit dem Flughafen Klagenfurt, der Koralmbahn und künftig dem Semmering-Basistunnel wird Kärntens Position im Wettbewerb der Destinationen entscheidend und nachhaltig gestärkt. Bessere Anbindungen münden - abgestimmte Mobilitätsangebote und verlässliche Anschlussmobilität bis in die Regionen und Betriebe vorausgesetzt - in mehr Nachfrage, Wertschöpfung und Beschäftigung.
Flughafen Klagenfurt
Der Flughafen Klagenfurt (KLU) ist für Kärntens Tourismus von großer Bedeutung. 2025 verzeichnete er 175.347 Passagiere, ein Plus von 27,2% gegenüber 2024, getrieben durch Sommermonate und neue Routen wie Eurowings nach Köln/Bonn sowie Ryanair nach Palma. Dennoch liegt das um mehr als 15% unter dem Vorkrisenniveau von 2019 mit 209.434 Passagieren und markiert Platz 6 unter österreichischen Verkehrsflughäfen. Die Kapazität beträgt bis zu 950.000 Passagiere jährlich. Für 2026 sind zusätzliche Verbindungen und Investitionen angekündigt, mehr Frequenzen, neue Destinationen und Investitionen vor Ort: ein wichtiges Signal für den Standort.
Die ÖHV fordert:
Die internationale und nationale Erreichbarkeit Kärntens nachhaltig sichern
Neue Flugverbindungen gezielt auf touristisch relevante Quellmärkte ausrichten und zusätzliches Nachfragepotenzial erschließen
Den Flughafen Klagenfurt konsequent weiterentwickeln
Koralmbahn
Mit der Koralmbahn hat Kärnten eine neue Qualität der Bahnanbindung erreicht. Das deutlich ausgeweitete Angebot stärkt die Erreichbarkeit und macht Kärnten im Wettbewerb der Destinationen attraktiver: Häufigere und bessere Verbindungen erleichtern Kurzurlaube, und stärken nachhaltige Mobilität..
Die ÖHV fordert:
Kärnten als gut erreichbare Bahn-Destination stärker positionieren
Anschlussmobilität vom Bahnhof in die Tourismusregionen verbessern durch bessere öffentliche Verbindungen zu den Hotels und die Nutzung der Mobilitäts-Gäste-Card
Bahn, Bus und Shuttle-Angebote touristisch besser verknüpfen und als integriertes Mobilitätsangebot weiterentwickeln
Semmering Basistunnel
Ein weiteres Schlüsselprojekt ist der Semmering-Basistunnel. Die Inbetriebnahme ist Ende 2029 geplant. Mit der Fertigstellung wird sich die Anbindung Kärntens an den Osten Österreichs weiter deutlich verbessern. Gemeinsam mit der Koralmbahn bedeutet das einen weiteren Qualitätssprung: Kärnten rückt noch näher an Wien und zentrale Herkunftsmärkte heran. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus, erhöht die Attraktivität für Wochenendgäste, Veranstaltungsbesucher:innen und den Kongressbereich und macht die Bahn auf dieser Achse noch stärker zur Alternative zum Auto.
Die ÖHV fordert:
Den künftigen Zeitvorteil vermarkten, Kärnten als gut Destination positionieren
Touristische Schwerpunkte gezielt anbinden
Anschlussmobilität in die Regionen bis zu den Betrieben verbessern
Events und Kulinarik entscheiden zunehmend über Sichtbarkeit, Nachfrage und Wertschöpfung im Tourismus. Kärnten hat hier starke Assets. Entscheidend ist, sie strategisch zu nutzen.
Großveranstaltungen und Slow Food bieten erhebliches Potenzial für Saisonverlängerung, Profilbildung, regionale Entwicklung und Wertschöpfung. Dieses Potenzial wird nur voll ausgeschöpft, wenn es konsequent mit allen Playern verzahnt und als Teil einer klaren Tourismusstrategie weiterentwickelt werden.
Großveranstaltungen
Internationale und nationale Großveranstaltungen sind wichtige touristische Impulsgeber. Events wie der Ironman Austria, die European Bike Week am Faaker See oder reichweitenstarke Musikformate wie die Starnacht am Wörthersee ziehen Gäste aus dem In- und Ausland an, sorgen für zusätzliche Nächtigungen und stärken Kärntens Wahrnehmung als Erlebnis- und Eventdestination.
Besonders relevant sind Veranstaltungen, wenn sie außerhalb der klassischen Hauptsaison für Auslastung sorgen, regionale Wertschöpfung generieren und die Positionierung des Bundeslands über den klassischen Urlaub hinaus weiterentwickeln.
Die ÖHV fordert:
Internationale und touristisch wirksame Events gezielt weiterentwickeln und langfristig absichern
Veranstaltungen stärker für Saisonverlängerung und regionale Wertschöpfung nutzen
Kärnten als Event- und Erlebnisdestination ganzjährig profilieren
Slow Food Kärnten
Slow Food ist in Kärnten mehr als ein Kulinarik-Thema: Es stärkt das Bundesland als nachhaltige, authentische und genussorientierte Destination und verbindet regionale Produkte mit Natur, Handwerk und gelebter Tradition: Kärnten nimmt hier eine internationale Vorreiterrolle ein.
Touristisch ist Slow Food vor allem deshalb relevant, weil es Kärntens Profil als Qualitätsdestination schärft, neue Zielgruppen anspricht, regionale Wertschöpfung stärkt und Impulse für die Saisonverlängerung setzt. Dezentrale, authentische Angebote abseits klassischer Hotspots unterstützen zudem eine nachhaltige Tourismusentwicklung.
Die ÖHV fordert:
Regionale Kulinarik und Slow Food stärker als touristisches Leitmotiv nutzen
Zusammenarbeit zwischen Produzent:innen, Gastronomie und Hotellerie gezielt ausbauen
- Genussangebote konsequent für Saisonverlängerung und regionale Wertschöpfung nutzen
Gesundheit, Regeneration und bewusste Erholung werden im Tourismus immer wichtiger. Kärnten hat gute Voraussetzungen, sich in diesem Zukunftsfeld stärker zu positionieren: Natur, Bewegung, bewusste Ernährung, gesundheitsorientierte Angebote und die Marke „südliche Lebensqualität“ bilden dafür eine starke Grundlage. Mit Standorten wie Bad Bleiberg, gesundheitsnahen Auszeit-Angeboten und Slow Food Kärnten verfügt das Bundesland bereits über Bausteine, die gut zum wachsenden Longevity-Segment passen.
Touristisch bietet das Thema großes Potenzial: Gesundheitstourismus kann die Saison verlängern, neue kaufkräftige Zielgruppen ansprechen, die Wertschöpfung pro Gast erhöhen und Kärnten als Qualitätsdestination schärfer profilieren. Gleichzeitig passt es zu einer nachhaltigen Destinationsentwicklung, weil Qualität, Regeneration, Naturerlebnis und dezentrale Angebote im Mittelpunkt stehen – nicht Masse.
Entscheidend ist, Longevity nicht als kurzfristigen Trend zu behandeln, sondern als strategische Chance für Ganzjahrestourismus, Profilbildung und zusätzliche Wertschöpfung. Dafür braucht es glaubwürdige Angebote, klare Positionierung und eine enge Verbindung von Tourismus, Gesundheit, Kulinarik und Naturerlebnis.
Die ÖHV fordert:
Gesundheitstourismus und Longevity gezielt als Zukunftsfeld für Kärnten weiterentwickeln
Gesundheitsorientierte Angebote stärker für Saisonverlängerung und höhere Wertschöpfung nutzen
Kärnten als Qualitätsdestination für bewusste Erholung und nachhaltige Lebensqualität klarer positionieren
Die Hotellerie enger in Entwicklung, Vermarktung und Angebotsgestaltung einbinden
Radtourismus ist für Kärnten längst kein Zusatzangebot mehr, sondern ein strategischer Baustein für Saisonverlängerung, Positionierung und Qualitätsentwicklung. Mit Bergen, Seen, Kulinarik und der Nähe zum Alpen-Adria-Raum hat Kärnten starke Voraussetzungen, um sich als führende Rad-Destination weiterzuentwickeln.
Die Stoßrichtung ist klar: Radangebote sollen die Vor- und Nachsaison beleben, internationale Gäste ansprechen und die Qualität des touristischen Angebots erhöhen. Radtourismus muss dabei als Teil einer umfassenden Destinationsstrategie verstanden werden – verbunden mit Natur, Mobilität, Kulinarik, Kultur und regionalen Erlebnissen.
Im Fokus stehen Genussrad, Familienangebote, Mountainbike und Gravelbike. Ergänzende Rad- und Gravel-Events schaffen zusätzliche Buchungsanlässe und erhöhen Kärntens Sichtbarkeit in wichtigen Herkunftsmärkten wie Österreich und Deutschland.
Entscheidend ist der konsequente Ausbau der Infrastruktur: ein attraktives Radwegenetz, sichere Wegeführung, klare Beschilderung, digitale Routeninformation sowie multimodale Angebote von Bahn-Anreise über Radverleih bis zu vernetzten Mobilitätslösungen. Nur so wird aus Positionierung konkrete Buchbarkeit und hohe Gästezufriedenheit.
Für die Hotellerie ist Radtourismus besonders relevant, weil er zusätzliche Nachfrage außerhalb der klassischen Hochsaison schafft. Betriebe in Seenähe, in Tälern und alpinen Regionen profitieren dann, wenn Infrastruktur, Vermarktung, Mobilität und betriebliche Angebote gut zusammenspielen.
Die ÖHV fordert:
Radtourismus als strategisches Ganzjahresthema weiterentwickeln
Konsequent in Radwege, Beschilderung, Sicherheit, digitale Routeninformation investieren
Angebote stärker mit Nächtigung, Kulinarik, Mobilität, regionalen Erlebnissen verknüpfen
Internationale Vermarktung Kärntens als Rad-Destination im Alpen-Adria-Raum stärken
Rad- und Gravel-Events gezielt zur Belebung der Vor- und Nachsaison nutzen
Die Kärntner Seen sind das Herzstück des Tourismus – und zugleich sensibler Lebens- und Naturraum. Sie prägen die internationale Wahrnehmung Kärntens, stehen für Urlaub am Wasser, südliches Lebensgefühl, Natur, Erholung und Aktivangebote. Gleichzeitig sind sie mehr als Badeplätze, sind Treiber für Wertschöpfung in Hotellerie, Gastronomie, Freizeitwirtschaft, Mobilität, Handel und regionaler Landwirtschaft. Gleichzeitig steigt der Nutzungsdruck durch Freizeitnutzung, Verkehr, Uferinteressen, Klimawandel und höhere Erwartungen an Wasserqualität, Infrastruktur und Aufenthaltsqualität.
Damit ist Seenpolitik mehr als Umwelt- oder Raumordnungspolitik, ist eine zentrale Standortfrage. Schutz und wirtschaftliche Nutzung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen als gemeinsame Standortstrategie gedacht werden.
Die ÖHV fordert:
Schutz und touristische Nutzung der Seen konsequent gemeinsam denken
Hotellerie und Tourismusbetriebe frühzeitig in Planungen zu Seen, Uferzonen, Mobilität und Infrastruktur einbinden
Investitionen in öffentliche Seezugänge, qualitätsvolle Infrastruktur, Sanitäranlagen, Beschilderung und Besucherlenkung sicherstellen
Nutzungskonflikte transparent und lösungsorientiert moderieren
Genehmigungsverfahren für qualitätsvolle touristische Infrastruktur vereinfachen und beschleunigen
Saisonverlängerung durch Angebote rund um Seen, Kulinarik, Rad, Wandern, Wellness und Veranstaltungen gezielt fördern
Jahr | Beschäftigte | Lehrlinge | Arbeitslose |
2016 | 13.894 | 736 | 4.821 |
2017 | 14.242 | 782 | 4.569 |
2018 | 14.638 | 810 | 4.039 |
2019 | 14.571 | 785 | 3.886 |
2020 | 12.122 | 697 | 5.846 |
2021 | 12.966 | 593 | 4.353 |
2022 | 14.509 | 588 | 2.935 |
2023 | 14.451 | 579 | 2.836 |
2024 | 14.232 | 587 | 2.842 |
2025 | 14165 | 583 | 2.780 |
Quelle: AMS
Zwischen 2016 und 2025 entwickelte sich die Beschäftigung im Kärntner Tourismus leicht positiv, die Zahl der Beschäftigten stieg von 13.894 auf 14.165. Gleichzeitig ging die Zahl der Lehrlinge deutlich zurück – von 736 auf 583. Die Zahl der Arbeitslosen sank von 4.821 auf 2.780.
Damit zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Der Arbeitsmarkt ist stabiler geworden, der Nachwuchs knapper. Für die Hotellerie gewinnen Fachkräftesicherung, Ausbildung und gezielte Lehrlingsarbeit weiter an Bedeutung: best practice-Beispiele ins Rampenlicht zu stellen und innovative Projekte umzusetzen wie ÖHV Friends, ÖHV Young Talents, die ÖHV-Praktikant:innen-Befragung oder die Kooperationen mit Corporate Benefits oder Kununu. Parallel soll und muss die Attraktivität der Branche erhöht werden durch mehr Ganzjahresarbeit und mehr Qualitätsbetriebe mit Ausbildungs- und Karrierechancen.
Hotelangebot und Auslastung 2024/2025
| Kategorie | Betriebe Winterhalbjahr 2024/25 | Betten | Betriebe Sommerhalbjahr 2025 | Betten |
|---|---|---|---|---|
| 5 Sterne | 8 | 1.054 | 9 | 1.053 |
| 4 Sterne | 198 | 22.559 | 236 | 25.791 |
| 3 Sterne | 468 | 19.356 | 613 | 24.949 |
| 2 und 1 Stern | 285 | 5.871 | 396 | 8.649 |
| Insgesamt | 959 | 48.840 | 1.254 | 60.442 |
Quelle: Kärnten Werbung
Marktentwicklung Kärnten 2016 bis 2025 – Hotels und ähnliche Betriebe
| Kennzahl | 2016 | 2025 | Vergleich |
|---|---|---|---|
| Ankünfte | 1.944.968 | 2.284.038 | +17,4 % |
| Nächtigungen | 6.728.787 | 7.833.503 | +16,4 % |
| Aufenthaltsdauer | 3,5 | 3,4 | −0,1 |
| Bettenauslastung Sommer | 43,1 % | 42,8 % | −0,3 Pp. |
| Bettenauslastung Winter | 25,6 % | 25,7 % | +0,1 Pp. |
| Betten gesamt | 106.334 | 95.856 | −9,8 % |
Quelle: Kärnten Werbung, tourmis.info
Nächtigungen im Jahresverlauf 2025
| Monat | Gesamt | Hotels und ähnliche Betriebe |
|---|---|---|
| Jänner | 856.762 | 474.843 |
| Februar | 950.931 | 496.597 |
| März | 539.957 | 311.613 |
| April | 365.272 | 201.978 |
| Mai | 743.221 | 373.332 |
| Juni | 1.583.593 | 723.448 |
| Juli | 2.516.763 | 972.112 |
| August | 2.865.151 | 1.117.879 |
| September | 1.226.081 | 598.593 |
| Oktober | 499.164 | 313.963 |
| November | 238.666 | 149.931 |
| Dezember | 660.630 | 355.255 |
Quelle: tourmis.info
Nachfrage und Angebot im Langzeitvergleich – Sommer 2016
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | 8.417 | 176.303 | 9.221.162 | 29,1 % |
| Hotels und ähnliche Betriebe | 1.574 | 59.345 | 4.599.186 | 43,1 % |
| 5 und 4 Sterne | 251 | 23.291 | 2.404.351 | 57,4 % |
| Ferienwohnungen | 4.877 | 42.004 | 1.763.253 | 23,3 % |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | 1.077 | 7.065 | 203.686 | 16,0 % |
Nachfrage und Angebot im Langzeitvergleich – Sommer 2025
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | 8.696 | 167.442 | 9.433.973 | 31,3 % |
| Hotels und ähnliche Betriebe | 1.254 | 53.203 | 4.099.327 | 42,8 % |
| 5 und 4 Sterne | 245 | 23.322 | 2.314.044 | 55,1 % |
| Ferienwohnungen | 5.942 | 48.431 | 2.123.290 | 24,4 % |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | 732 | 4.529 | 146.801 | 18,0 % |
Vergleich Sommer 2016/2025
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | +3,3 % | −5,0 % | +2,3 % | +2,2 Pp. |
| Hotels und ähnliche Betriebe | −20,3 % | −10,3 % | −10,9 % | −0,3 Pp. |
| 5 und 4 Sterne | −2,4 % | +0,1 % | −3,7 % | −2,3 Pp. |
| Ferienwohnungen | +21,8 % | +15,3 % | +20,4 % | +1,1 Pp. |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | −32,0 % | −35,9 % | −27,9 % | +2,0 Pp. |
Quelle: tourmis.info
Winter 2016
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | 6.127 | 107.299 | 3.552.821 | 18,4 % |
| Hotels und ähnliche Betriebe | 1.225 | 46.989 | 2.161.791 | 25,6 % |
| 5 und 4 Sterne | 220 | 20.628 | 1.321.318 | 35,6 % |
| Ferienwohnungen | 3.713 | 28.896 | 898.544 | 17,3 % |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | 641 | 3.404 | 54.508 | 8,9 % |
Winter 2025
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | 6.526 | 111.975 | 3.553.892 | 17,6 % |
| Hotels und ähnliche Betriebe | 959 | 42.653 | 1.974.602 | 25,7 % |
| 5 und 4 Sterne | 206 | 20.460 | 1.210.103 | 32,9 % |
| Ferienwohnungen | 4.651 | 36.738 | 1.089.061 | 16,5 % |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | 472 | 2.800 | 49.522 | 9,8 % |
Vergleich Winter 2016/2025
| Kategorie | Betriebe | Betten | Nächtigungen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|
| Alle bezahlten Unterkunftsarten | +6,5 % | +4,3 % | +0,03 % | −0,8 Pp. |
| Hotels und ähnliche Betriebe | −21,7 % | −9,2 % | −8,6 % | +0,1 Pp. |
| 5 und 4 Sterne | −6,4 % | +0,8 % | −8,4 % | −2,7 Pp. |
| Ferienwohnungen | +25,3 % | +27,1 % | +21,2 % | −0,8 Pp. |
| Privatquartiere nicht auf Bauernhöfen | −26,4 % | −17,7 % | −9,1 % | +0,9 Pp. |
Quelle: tourmis.info
Die Gesamtnächtigungen in Kärnten blieben zwischen 2016 und 2025 insgesamt stabil: Im Sommer stiegen sie leicht um 2,3 %, im Winter lagen sie nahezu unverändert auf dem Niveau von 2016. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Verschiebung im Beherbergungsangebot. Die klassische Hotellerie verliert an Gewicht: Im Sommer gingen die Zahl der Hotels und ähnlichen Betriebe um 20,3 %, die Bettenzahl um 10,3 % und die Nächtigungen um 10,9 % zurück. Im Winter zeigt sich ein ähnliches Bild mit 21,7 % weniger Betrieben, 9,2 % weniger Betten und 8,6 % weniger Nächtigungen. Wachstumstreiber sind klar die Ferienwohnungen, am stärksten verlieren Privatquartiere.
Zwar hat Kärnten 2025 das Vorkrisenniveau wieder erreicht, ist aber deutlich hinter der gesamtösterreichischen Dynamik zurückgeblieben. Seit 2023 verzeichnet Kärnten sogar leicht rückläufige Nächtigungszahlen. Österreich wächst weiter und liegt 2025 um 40,1 % über dem Ausgangsniveau, Kärnten um 7,4 % nach einem Höchstwert von 8,4 % im Jahr 2023. Diese Zahlen zeigen, dass deutlich mehr möglich ist. Mit der Tourismusstrategie 2025+ müssen Schritte in diese Richtung gelingen.
Saisonalität
Kärnten bleibt stark sommerorientiert. 2025 wurden im Sommer rund 9,4 Mio. Nächtigungen erzielt, im Winter rund 3,6 Mio. Damit entfallen etwa 73 % der Nächtigungen auf den Sommer und rund 27 % auf den Winter. Das Verhältnis hat sich gegenüber 2016 kaum verändert, die Saisonalität wurde nicht wesentlich entschärft. Dabei bietet die Saisonverlängerung immenses Wertschöpfungspotenzial: Die vorhandene Infrastruktur würde besser genutzt, längere Beschäftigungsverhältnisse würden direkt und indirekt weit über die Branchengrenzen hinaus positive Effekte bringen. Ein Fokus auf die Ausweitung der Saisonen muss daher ein Schwerpunkt der Tourismusstrategie für die kommenden Jahre sein.
Herkunftsmärkte und Gästestruktur 2016 bis 2025
2016
| Herkunftsmarkt | Ankünfte | Nächtigungen | Aufenthaltsdauer |
|---|---|---|---|
| Summe Ausland und Inland | 2.967.938 | 12.730.648 | 4,3 |
| Österreich | 1.311.231 | 4.992.747 | 3,8 |
| Deutschland | 808.697 | 4.297.764 | 5,3 |
| Tschechien | 79.661 | 316.433 | 4,0 |
| Polen | 40.122 | 166.403 | 4,1 |
2025
| Herkunftsmarkt | Ankünfte | Nächtigungen | Aufenthaltsdauer |
|---|---|---|---|
| Summe Ausland und Inland | 3.264.010 | 13.046.191 | 4,0 |
| Österreich | 1.394.543 | 5.284.279 | 3,8 |
| Deutschland | 917.846 | 4.206.150 | 4,6 |
| Tschechien | 131.047 | 477.217 | 3,6 |
| Polen | 73.464 | 248.893 | 3,4 |
Vergleich 2016/2025
| Herkunftsmarkt | Ankünfte | Nächtigungen | Aufenthaltsdauer |
|---|---|---|---|
| Summe Ausland und Inland | +10,0 % | +2,5 % | −0,3 |
| Österreich | +6,3 % | +5,8 % | ±0 |
| Deutschland | +13,5 % | −2,1 % | −0,7 |
| Tschechien | +64,5 % | +50,8 % | −0,4 |
| Polen | +83,1 % | +49,6 % | −0,7 |
Quelle: tourmis.info
Die wichtigsten Herkunftsmärkte zeigen zwischen 2016 und 2025 spürbare Verschiebungen. Insgesamt steigen die Ankünfte deutlich stärker als die Nächtigungen, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt von 4,3 auf 4,0 Nächte. Kärnten erreicht also mehr Gäste, diese bleiben im Schnitt jedoch kürzer.
Der Inlandsmarkt bleibt eine zentrale Stütze und entwickelt sich weiter positiv. Deutschland bleibt der wichtigste Auslandsmarkt, verzeichnet aber ein Minus bei den Nächtigungen. Besonders dynamisch entwickeln sich Tschechien und Polen, sowohl relativ als auch absolut. Rückgänge zeigen sich auch aus Italien sowie den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Belgien – und damit in fünf der zehn nächtigungsstärksten Auslandsmärkte.
Damit wird sichtbar: Die Erschließung neuer Märkte und die Verlängerung der Aufenthaltsdauer müssen zentrale Ziele bleiben – durch attraktive Angebote in der Vor- und Nachsaison, bessere Mobilität und eine klare touristische Positionierung.
- Hubert Koller, KOLLERs Hotel, Seeboden am Millstätter See, Landesvorsitzender
- Stefanie Aniwanter, Seeglück Hotel Forelle, Millstatt
- Thomas Jilly, Seehotel Dr. Jilly, Pörtschach
- Martin Klein, Hotel Hochschober, Turracherhöhe
- Michael Prägant, Hotel Prägant, Bad Kleinkirchheim