Sehr geehrter Herr Bundesminister!
Die Österreichische Hotelvereinigung verfolgt Ihre Pläne zur Erhöhung der Spirituosensteuer mit Sorge. Die Branche befindet sich mitten in einem kritischen Kreislauf aus steigenden Kosten und sinkenden Ergebnissen, erreicht lange nach Corona-Maßnahmen noch immer nicht die Prä-Pandemie-Ergebnisse. Der Markt ist schwierig: Zurückhaltung bei der Konsumation, gleichzeitig steigende Kosten für Energie, Lebensmittel, Löhne und mehr sind real.
Nicht in Ihrer Verantwortung? Vielleicht - aber noch lange kein Grund, noch eins draufzusetzen. Nach der Rekord-Lohnabschlüssen, Erhöhung von Trinkgeldpauschale und Ortstaxen nun auch die Alkoholsteuer zu erhöhen wäre ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Wir brauchen den Turnaround. Weil Ludwig Erhards Analyse, die Wirtschaft wäre zur Hälfte Psychologie, für den Tourismus einfach nicht stimmt: Bei uns ist es viel, viel mehr. Für uns sind solche Botschaften reines Gift, bereits jetzt ist die Branche auch mit sinkenden Nebenausgaben im Urlaub konfrontiert.
Diesem Dämpfer für die Konjunktur und den Sympathieverlusten für Gastronomie und Regierung stünden gerade einmal – erwartete – Mehreinnahmen von 90 Mio. Euro gegenüber. „Erwartet“ betonen wir, weil bei der Alkoholsteuererhöhung 2014 die Einnahmen extrem hinter den Erwartungen zurückblieben, gerade einmal 10 Mio. Euro ausmachten. Zahlt sich das aus?
Es spricht viel gegen und kaum etwas für noch eine Belastung im Hochsteuerland Österreich. Im Gegenteil, wir brauchen jetzt klare Zeichen der Zuversicht. Wir regen daher dringend an, das zu überdenken: Setzen wir gemeinsam auf nachhaltige Strukturreformen, Entlastung und Aufschwung, auf Zuversicht und Zukunft! Dafür haben Sie die Unterstützung der gesamten Branche.