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Der Glemmtalerhof nach umfassendem Marken-Relaunch
Best Practice

Der Glemmtalerhof nach umfassendem Marken-Relaunch

Wie optimiere ich meinen Marketingauftritt? Was geht im Vertrieb noch besser? Dazu haben wir mit Tamara Fröhlich gesprochen, die im 4-Sterne-Superior Hotel „Glemmtalerhof“ in Saalbach-Hinterglemm für Marketing & Vertrieb verantwortlich ist und erst im vergangenen Jahr einen umfassenden Marken-Relaunch umgesetzt hat. Die neue personalisierte CI („Ich bin der Glemmtalerhof“) erweist sich als richtiger Gamechanger.

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Mit dem Rebranding konnte das Hotel seine Positionierung entscheidend schärfen. Die Zutaten dazu: der frische Ton, eine klare Zielgruppe, authentische Stories, Wiedererkennungswert und eine Community, die das Geschehen aktiv mitgestaltet.

Inhaltlich setzt das Konzept auf authentischen Content. Im Mittelpunkt stehen das Hotelerlebnis selbst, die umgebende Natur und die Personen, die den Glemmtalerhof ausmachen. Ergänzt wird dies durch persönliche Einblicke in den Alltag der Gastgeberfamilie und des Teams. Entscheidend ist, dass diese Linie nicht inszeniert wirkt. Von den Gästen erstellte Medieninhalte steigern zusätzlich das Markenvertrauen.
 

„Verlängerung unseres Hauses in den digitalen Raum“

Die Social Media-Strategie basiert auf der klaren Positionierung als „authentisches familiengeführtes Hotel inmitten der Berge“. Die Markenidentität wird konsequent nach außen getragen. „Social Media verstehen wir nicht als isolierten Marketingkanal, sondern als integralen Bestandteil der Markenführung und als Verlängerung unseres Hauses in den digitalen Raum“, formuliert Fröhlich.

Es ist uns gelungen, eine durchgängige Linie vom realen Erleben im Haus bis in die Online-Welt zu schaffen.

„Unverwechselbare Brand Voice“

Der mit dem „Creos“-Preis ausgezeichnete Auftritt wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur Aberjung entwickelt, die Social Media-Kanäle werden mit der Agentur Anklang betreut. Es wird gezeigt, was Gäste im echten Hotelalltag erleben. Der gewählte Ton ist locker, mit Augenzwinkern. So kommuniziert der Glemmtalerhof mit den Gästen in der Ich-Form: Ich bin der Glemmtalerhof. Ich bin Dein Hotel. „Damit setzen wir auf eine emotionale Erlebnissprache, pointierte Sätze und eigene Begriffe, die unsere Persönlichkeit widerspiegeln. Es entsteht eine unverwechselbare Brand Voice, die sich von klassischen Hotelauftritten abhebt. Dies hat sich als entscheidender Teil der neuen CI herausgestellt und unserer Neupositionierung den entsprechenden Erfolgskick verliehen“.
 

Aus Gästen werden „Glemmtalerhofinger“

Durch Kommentare und weitere Reaktionen der Gäste entsteht ein Austausch, der digital beginnt und im Haus weitergeführt wird, freut sich die ausgewiesene Marketingexpertin. Dazu gehören besondere Urlaubsmomente und persönliche Eindrücke der Gäste, oft in Form launiger Fotos oder Videos. Ebenso Influencer-Stories, die Authentizität und echte Erlebnisse vermitteln. Die Community aus engagierten Followern wird zur Mitgestalterin des Hotelauftritts. „Genau dieses Miteinander stärkt die emotionale Bindung, fördert das Wiederkommen und macht aus Gästen Glemmtalerhofinger“, sagt Fröhlich.
 

Vertriebsmix bewusst überschaubar und ausgewogen

Bausteine im Vertrieb sind Online-Marketing-Maßnahmen, Social Media-Kampagnen, Google-SEA-Aktivitäten (Search Engine Advertising) und das kontinuierliche Newsletter-Marketing. Ziel ist es, die Onlinebuchungen über die hoteleigene Website zu steigern und dabei die Kommunikation mit den Stammgästen einfach und persönlich zu gestalten. Ergänzend wird mit ausgewählten OTAs, Reisebüros und Eventagenturen zusammengearbeitet.

Vorreservierungen werden bewusst belohnt (Treuebonus, Wunschzimmer). Gerade in stark gebuchten Zeiten mögen dies die (Stamm-)Gäste. Für die Gastgeberfamilie wiederum sind solche Zuckerl „gelebte Wertschätzung im Rahmen unseres Loyalty-Gedankens“, wie Tamara Fröhlich, u. a. Absolventin des ÖHV-Lehrgangs für Preisgestaltung und Vertrieb, unterstreicht.

Individualisierung steht im Vordergrund. Mittels des CRM-Systems wird abteilungsübergreifend auf persönliche Wünsche und Gewohnheiten der Gäste eingegangen. Das Newsletter-Marketing wird bewusst intern abgewickelt, um Nähe und Persönlichkeit zu stärken. Auch eigene Veranstaltungen spielen eine Rolle, indem sie eine emotionale Bindung schaffen. „Entscheidend ist für mich der Mix aus all den geschilderten Elementen. Wir verstehen uns als Ansprechpartner mit echtem Interesse an den Menschen, die zu uns kommen. Diese Haltung endet nicht an der Rezeption“, fasst Tamara Fröhlich die zugrunde liegende Philosophie zusammen.

Digitales Auftreten und gelebte Gastlichkeit decken sich. Das schafft Vertrauen und macht Direktbuchungen für viele Gäste ganz selbstverständlich.

Wo liegen die Herausforderungen?

Eine Herausforderung ist das Thema Reporting. Es gibt, wie Fröhlich bedauert, nach wie vor kein einheitliches und durchgängiges System, das alle relevanten Daten aussagekräftig zusammenführt. Am Ende versucht man, sich die Informationen aus verschiedenen Tools bestmöglich herzuleiten und landet für ein aussagekräftiges Gesamtbild doch wieder bei Excel. Mit und ohne KI-Unterstützung.

Daraus haben wir gelernt, realistischer zu planen, technische Abhängigkeiten früher mitzudenken und Prioritäten klarer zu setzen. Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden.

Künstliche Intelligenz wird praxisnah eingesetzt. Der KI-gestützte Chat ist mit hausinternem Wissen angereichert und dient als zentraler Wissenspool, der Gästen schnelle und präzise Antworten liefert. Ein wichtiger Punkt ist die enge Verknüpfung der Hotel-Website mit der Buchungsmaske von OnePageBooking. Indem der Gast bei Nichtverfügbarkeit eines Zimmers gezielt in eine weitere Anfrage geführt wird, lassen sich unnötige Absprünge vermeiden.
 

Wenn ein Hotel für sich selber spricht

Tamara Fröhlich zum CI-Relaunch: „2025 haben wir dem Glemmtalerhof offiziell erlaubt, für sich selbst zu sprechen. Wir haben ihn personalisiert und ihm eine eigene Stimme gegeben („Ich bin dein Hotel“). Mit unserem KI-gestützten Chat spricht er nun ganz selbstverständlich mit seinen Gästen. Unsere Corporate Identity haben wir aus unserer gelebten Betriebsführung heraus entwickelt. Wir zeigen nach außen, was wir im Alltag leben. Deshalb wird es als echt wahrgenommen. Damit es so bleibt, wird unser Chat laufend mit aktuellem Wissen aus dem Haus und der Region gespeist. Die Technologie ermöglicht es uns, Inhalte dynamisch zu aktualisieren und die Stimme des Glemmtalerhofs jederzeit auf dem neuesten Stand zu halten“.

Ein Familienbetrieb in bester Tradition

Der Glemmtalerhof ist ein Familienbetrieb in dritter Generation mit 64 Zimmern, rund 130 Betten und 47 Beschäftigten. Die Geschäftsführung liegt bei Jörg Schnell und Mutter Christine. Tanja Hoffmann, Nichte der Familie, ist neben der Führung von Front- und Backoffice auch für Kreativität und Design im Haus verantwortlich. Tamara Fröhlich, seit 2017 im Betrieb und Teil der Familie, zeichnet für Marketing und Sales verantwortlich. Die Entscheidungen für die strategische Ausrichtung werden im Team getroffen. Zu spüren ist überall die künstlerische Adler der Familie, und in Kooperation mit dem Glemmart-Kollektiv und anderen Künstlern entstehen die Werke, die Zimmern und öffentlichen Räumen ihre besondere Note verleihen.

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