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Energie & Umwelt

Energiesparen: Beispiele aus der Hotelpraxis

Welche Maßnahmen kann man als Hotel setzen, um Energie und Energiekosten zu sparen und die Versorgung zu sichern? Wir haben uns in der ÖHV-Familie umgehört.

19. September 2022
Hotel Prägant, Bad Kleinkircheim

35 % weniger Heizkosten durch Heizungs- bzw. Kühlungsmanagement


Michael Prägant: Wir arbeiten bezüglich Temperaturregelung in den Zimmern mit ÖHV-Partner Betterspace zusammen und sind wirklich begeistert. Es gibt eine Schnittstelle zu Protel und die Zimmer werden nach Bedarf mit einem Boost vorgeheizt oder gekühlt, wenn der Gast eincheckt. Die Temperatur wird automatisch heruntergeregelt, wenn kein Gast im Zimmer ist, und die Housekeeping-Mitarbeiter:innen müssen nicht immer sämtliche Heizkörper suchen. Das System funktioniert für Klimaanlagen und Heizungen (auch elektrische) und wird über die Cloud verwaltet. Wir können auch auf individuelle Gastwünsche bzgl. Zimmertemperatur eingehen. Zudem lernt das System aus den Befehlen des Gastes und passt seinen Algorithmus an. Wir als „Altbau“-Hotel haben uns im letzten Winter dadurch ca. 35 % Heizkosten ersparen können!

 

Zum Hotel Prägant

 

 

Berghotel Tulbingerkogel

Hackgut und Solaranlage ersetzen Heizöl

Linda Bläuel: Seit 2014 betreibt das Berghotel Tulbingerkogel eine Hackgutanlage mit 500 kW Nennwärmeleistung und automatischer Beschickung zur Raumheizung und Warmwasserbereitung des gesamten Objektes. Die alte Ölkesselanlage wurde außer Betrieb genommen und dient nur mehr als Ausfallsreserve – pro Jahr werden damit ca. 95.000 Liter Heizöl eingespart, die Emissionsreduktion beträgt ca. 333 Tonnen CO2/Jahr. Die Investitionskosten lagen bei ca. 515.000 Euro, die jährliche Energiekosteneinsparung bei ca. 47.500 Euro (basierend auf den Preisen von 2014). Ebenfalls 2014 wurde eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung mit 70 m² Kollektorfläche errichtet (Kosten ca. 95.000 Euro). Bei nicht ausreichendem solarem Ertrag erfolgt die Nachheizung über den Hackgutkessel.
Dadurch werden weitere rund 3.000 Liter Heizöl und ca. 11 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Zudem wird mit Wärmerückgewinnung gearbeitet, Gebäudeteile wurden thermisch saniert und auf LED-Beleuchtung umgestellt.

 

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Quellenhotel Bad Waltersdorf

Geothermie, Sonnenenergie und Schwallwassernutzung

Gernot Deutsch: Schon in den 80er-Jahren hat die Heiltherme Bad Waltersdorf mit der ersten Geothermie- Heizung Europas Pioniergeist bewiesen. Seit 2013 ist eine weltweit einzigartige Heilthermenkaskade im Einsatz, dank der die gesamte Anlage emissionsfrei beheizt werden kann. Aktuell setzt man verstärkt bei der Stromerzeugung an. Seit 01.05.2021 ist eine neue Photovoltaikanlage am Parkdeck mit 160 kWp im Betrieb, in wenigen Wochen kommt noch eine zweite Anlage am Dach der TSM®-Gesundheitsoase mit 130 kWp dazu. Damit können rund 300.000 kW Strom im Jahr erzeugt und ca. 145.000 kg CO2/Jahr eingespart werden. Das ist ungefähr so viel, wie 90 mit Diesel betriebene Autos pro Jahr emittieren (bei 10.000 gefahrenen Kilometern). Für die Zukunft ist geplant, die Anlage noch zu erweitern. Das Projekt „Schwallwassernutzung“ wurde 2014 mit dem Energy Globe Styria Award ausgezeichnet. Eine Wärmepumpe entzieht dem abfließenden Thermalwasser (Schwallwasser) die Restwärme und produziert daraus rund 800 kw Wärme zum Beheizen der gesamten Heiltherme, TSM®-Gesundheitsoase, des Quellenhotels und der Quellenoase.

Das „entwärmte“ Wasser fließt sauber und abgekühlt in den Safenbach und somit in den Kreislauf der Natur zurück.

Mag. Gernot Deutsch
Quellenhotel Bad Waltersdorf, Bad Waltersdorf
Hotel Tauernhof, Großarl

10 % weniger Strombedarf durch Photovoltaikanlage

Christian Hettegger: Im Jahr 2016 hatten wir einen jährlichen Strombedarf von ca. 950.000 kWh, der sich mit ca. 0,088 Euro inkl. aller Abgaben zu Buche schlug. Bei den aktuellen Strompreisen ist man hier ca. bei 0,40 Euro, Tendenz stark steigend! Im Zuge des Umbaus haben wir eine Photovoltaikanlage auf unserem Hoteldach mit 98,8 kWp errichtet. Wir produzieren damit ca. 10 % des gesamten Strombedarfs. Das senkt die Kosten beim derzeitigen Strompreis um mindestens 40.000 Euro. Die Anschaffung einer PV-Anlage kostet ca. 1.000 Euro pro kWp, abzüglich diverser Förderungen.

 

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Hotel Sans Socui, Wien

Haustechnik mit PMS verbunden

Andrea Fuchs: Auf Grund des Ensembleschutzes mit dem Museumsquartier und dem Volkstheater sind im Hotel Sans Souci keine Außenjalousien erlaubt. Daher gibt es auf der Straßenseite nur Innenjalousien. Das Property Management System von Protel ist mit der Haustechniksteuerung verbunden, was bedeutet, dass wir Sommer wie Winter mit drei Temperaturbereichen arbeiten:

  1. Zimmer ist frei (nicht reserviert, nicht zugeteilt): Sommer 27 Grad, Winter 20 Grad
  2. Zimmer ist eingecheckt: Sommer 26 Grad, Winter 22 Grad
  3. 3. Keycard steckt im Keycardleser: Sommer 24 Grad – mit der Möglichkeit für den Gast, 3 Grad +/- zu steuern – und Winter 22 Grad – wieder mit der Möglichkeit 3 Grad +/- für den Gast

 

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Ihr Ansprechpartnerin

Mag. Maria Wottawa

Mag. Maria Wottawa

RechtsserviceE-Mail senden+43 1 5330952-14

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