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Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Im Zuge der Energieversorgungskrise stand der Tourismus – besonders der Wintertourismus – im Fokus einer unreflektierten Kritik. Bei allen gerechtfertigten Forderungen nach möglichst CO2-schonendem Wirtschaften wurde sowohl ausgeblendet, dass in der Beherbergung 2019 um 54 % weniger Energie je Nächtigung verbraucht wurde als 2008, und auch, wie energieeffizient die Branche im Vergleich zu anderen wirtschaftet: Sie erbringt mit 1,6 % des österreichischen Energiebedarfs 7,4 % der Wertschöpfung.

Zweifellos muss nachhaltigem Wirtschaften Priorität eingeräumt werden. Doch dabei dürfen weder der hohe Stellenwert des Tourismus noch die beachtlichen Fortschritte bei der Energieeinsparung der vergangenen Jahre außer Acht gelassen werden: Immer mehr Unternehmen sind bereits energieautark oder auf dem besten Weg dahin. Noch viel mehr haben im Zuge der Energieversorgungskrise ihren Energieverbrauch noch einmal um 10 bis 15 % reduziert.

Die ÖHV leistet ihren Beitrag zu einem Weg in eine nachhaltige Zukunft vielfach in Zusammen- arbeit mit renommierten Leitbetrieben, dem Klimaschutzministerium und der Europäischen Union. Diese Bemühungen werden in den kommenden Jahren fortgeführt und ausgeweitet.

 

Jetzt nachhaltig agieren, auf neue Finanzierungsrichtlinien vorbereitet sein

E-Ladestationen, Klimatickets und allgegenwärtige Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs: Gelebtes Umweltbewusstsein ist im Alltag angekommen, die Herausforderungen der Zukunft sind Realität. Ökologische (environmental), soziale (social) und umfassend verantwortungsvolle Unternehmensführung (governance) findet als Voraussetzung für den Erhalt von Finanzierungen flächendeckend Eingang in Unternehmensstrategie, Leitbilder und Business-Pläne. Mit Inkrafttreten der ESG- Kriterien wird ihr Einhalten zur Voraussetzung für eine vitale Wirtschaft in einer lebenswerten

 

Mobilität mit Motivation

Reisen, Mobilität und Tourismus bedeuten Bewegung – in den meisten Fällen per Auto oder Flugzeug, in immer mehr Fällen mit klimafreundlicheren Alternativen. Den größten Hebel und damit die zweifellos größte Verantwortung für klimafreundliche Mobilität haben zweifellos die Auto- und Flugzeugindustrie. Die österreichische Qualitätshotellerie – und die ÖHV als ihre Interessenvertretung – nehmen ihre Verantwortung ernst und wahr durch die Motivation der Gäste zu einer CO2-armen Anreise, durch Incentives für den Umstieg auf den Zug und die Abholung vom Bahnhof zur Überwindung der „last mile“ wie auch durch das Bereitstellen von Fahrrädern bzw. E-Bikes für möglichst emissionsfreie Mobilität während des Aufenthalts.

 

Individuelle E-Mobilität auf die nächste Stufe heben

Zwingende Voraussetzung für eine breite Akzeptanz jeglicher Klimastrategie ist die volle Integration des Individualverkehrs: Die Herstellung der Akkus von E-Autos muss auf umweltfreundlichere Beine gestellt werden, ein flächendeckendes Netz von (Schnell-)Ladestationen ebenso. Hier ist die öffentliche Hand mit ihrer Vielzahl von öffentlichen Verkehrsflächen besonders gefordert.

 

Hundert Maßnahmen im Verborgenen

Doch das meiste passiert hinter den Kulissen: Das beginnt beim regionalen Einkauf und der Abfallvermeidung und reicht über bauliche Maßnahmen wie Wärmedämmung oder emissionsfreie Heizsysteme sowie E-Ladestationen bis hin zur Neukonzipierung betrieblicher Abläufe und Standards, etwa bei der Reduktion von Abfällen, der Umstellung auf regionale und klimafreundliche Speisekarten oder beim Verzicht auf Minibars auf den Zimmern.

  • Auch die gewerbliche Tourismusförde­ rung muss sich an diesen Eckpfeilern orientieren und so die Branche für die Zukunft ausrichten.
  • Es braucht weitere staatliche Förderun­ gen für Investitionen in mehr Nachhaltig­ keit wie thermische Sanierungen, die Umstellung von Heiz­ und Klimasyste­ men oder die Einführung von Energie­ monitoring­Systemen.

 

Gemeinsam nach vorne schauen

Erreicht werden kann all das nur mit einer ernsthaften, im Dialog entwickelten Wirtschafts-, Standorts- und Nachhaltigkeitspolitik, die die Weiterentwicklung nachhaltiger Angebote aktiv vorantreibt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Saisonverlängerung durch die innovative Nutzung bestehender Infrastruktur an das jahreszeitlich adaptierte Alpinerlebnis – also den Transport nicht nur von Skiern, sondern auch von Fahrrädern in bestehenden Seilbahnen, um nur ein – bereits sehr präsentes – Beispiel zu nennen. Konsequente Politik stellt in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen die Weichen für die Gesellschaft und Wirtschaft von morgen über populistische Verbotskampagnen wie etwa die gegen „Heizschwammerl“.

Der österreichische Tourismus ist anpassungs- und wandlungsfähig. Den Wintertourismus in der heutigen Form gibt es seit einigen Jahrzehnten, in den nächsten Jahren wird er sich noch einmal weiterentwickeln. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt und zukunftsfähige Angebote und Infrastruktur entwickelt werden.

  • Ein Kompetenzcenter für Nachhaltigkeit im Tourismus nach dem Vorbild der Schweiz soll dahingehende Initiativen und Standards koordinieren.

 

Zug um Zug besser werden

Die stark gestiegene Nachfrage im öffentlichen Verkehr erfordert eine Investitions- und Service- Offensive der Bahn ganz neuen Ausmaßes: Das Wagenmaterial muss qualitativ auf zeitgemäße Standards und zahlenmäßig auf ein Niveau gehoben werden, das (Sitz-)Plätze in einem notwendigerweise engeren Takt und im Idealfall auf einem besser ausgebauten Netz mit leistungsfähigeren Strecken ermöglicht. Denn die häufig problematisierte Überwindung der „letzten Meile“, also der Transfer der Gäste vom Bahnhof zum Hotel, gehört immer öfter bereits zum Standard. Das Verschicken von Gepäck per Bahn dagegen ist wirklich aufwändig.

Ebenso optimiert werden muss der grenzüberschreitende Erwerb von Öffi-Tickets über die jeweiligen nationalen Systeme. Die klimafreundliche Anreise hätte das Zeug dazu, Teil eines stimmigen und stimmungsvollen Urlaubserlebnisses werden: Die Hotellerie ist bereit für Skifahrer-Züge aus Nahmärkten! Österreichs öffentlicher Verkehr muss es rasch werden, vor allem in den Regionen abseits der urbanen Zentren: Denn dort ist er Voraussetzung für eine klimafreundliche Anreise und Fortbewegung.

 

Raus aus dem Gas

Die durch den Einfall Russlands in die Ukraine ausgelöste Energieversorgungskrise zeigt einerseits Probleme bei der Preisbildung auf dem dysfunktionalen Energiemarkt auf wie auch Hürden für Energieerzeuger, die rasch beseitigt werden müssen: Vielfach wird eine Einspeisung nicht erlaubt, Bewilligungsverfahren für Windräder sind extrem aufwändig, für die Errichtung von Photovoltaik oder Solarthermie-Anlagen fehlen Material und Expert:innen

 

Wie in vielen anderen Bereichen zeigt sich auch hier, wie die Marktbeherr­ schung einiger weniger – in dem Fall noch dazu durch Big Player unter politischem Einfluss – die Dynamik in einem Sektor bremsen kann. Es braucht entschiedene Schritte, um kleinen Anbietern das Einspeisen und Speichern privat produzierter Ener­ gie zu ermöglichen: ein wertvoller Beitrag zur Reduktion von CO2­Emis­ sionen wie auch der Abhängigkeit von russischem Gast.

 

Das Ziel: eine Standort-, Klima- und Wirtschaftspolitik aus einem Guss!

Die ÖHV begleitet und führt die Branche mit dem Anspruch, Umwelt und Zukunft aktiv so mitzugestalten, dass das Führen von Hotels weitestgehend ohne ökologischen Fußabdruck nicht nur wirtschaftlich möglich ist, sondern zur Regel wird – und das zeitnah. Denn es braucht über gelebte ESG-Kriterien seitens der Wirtschaft hinaus eine verantwortungsvolle, nachhaltige und zukunftsorientierte Standort-, Klima- und Wirtschaftspolitik aus einem Guss. Die ÖHV fordert das aktiv ein und leistet ihren Beitrag dazu.

 

Die ÖHV:Taktgeber und Begleiter in eine nachhaltige Zukunft

Die Reduktion des CO2-Ausstoßes zwischen An- und Abreise ist das Ziel der ÖHV und ihrer Mitglieder. Dafür wurde von den Nachhaltigkeits-Spezialisten der ÖHV ein enormes Kompendium an Maßnahmen und Kooperationen entwickelt und zum Leben erweckt:

Die 2019 begonnene ÖHV-Initiative „Zeichen setzen“ unterstützt Mitglieder durch Programme, Schulungen und Leitfäden zum Verzicht von Einwegplastik und der Steigerung der Energieeffizienz bis hin zur klimafreundlichen Hotelküche ohne Qualitätsverlust für den Gast, der Initiative „Klimateller“ in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium. Im Rahmen der Aktion entstanden die Leitfäden für Energiemanagement, zur Abfallvermeidung oder für die Errichtung und Nutzung von E-Ladestationen.

 

European Tourism Going Green 2030

Dazu übernimmt die ÖHV eine federführende Rolle bei der Abwicklung des EU- Förderprogramms für touristische Klein- und Mittelunternehmen „European Tourism Going Green 2030” in sechs europäischen Ländern und 11 teilnehmenden Betrieben in Österreich mit kostenlosen Beratungsleistungen, einer Umweltzeichen-Zertifizierung und Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene.

 

Die Info-Offensive

Regelmäßig informiert die ÖHV ihre Mitglieder über Förderungen, Maßnahmen und Entwicklungen in den Bereichen Regionalität und Saisonalität, Lebensmittelverschwendung und ökologischer Fußabdruck, Kreislaufwirtschaft oder den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Klima. Zusätzlich stärkt die Kooperation mit ÖHV-Partnern wie Hyundai mit einem breiten Angebot an Elektro-Autos oder dem Start-Up SleepTidy mit effizienter Matratzenreinigung ohne chemische Reinigungsmittel die Umsetzung von Nachhaltigkeit in die Praxis.

Ihr Ansprechpartner

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & UnternehmenssprecherE-Mail senden+43 1 5330952-20
Oliver Schenk MA

Oliver Schenk MA

Public AffairsE-Mail senden+43 1 5330952-24

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