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Was die KI Gästen über Hotels erzählt
Studie

Was die KI Gästen über Hotels erzählt

Wenn Gäste ihren Urlaub mit ChatGPT, Copilot oder der KI-Suche von Google planen, entscheidet die KI, welche Quellen sie heranzieht. Manuela Machner hat fünf Monate lang 154 typische Gästefragen in sechs KI-Systemen gemessen – mit über einer Million Zitaten.

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Eine Million Zitate: Was gemessen wurde

Seit April stelle ich jeden Tag dieselben 154 Gästefragen zu einem Urlaub in Österreich, so wie Gäste sie stellen, etwa „Welche Wellnesshotels in Österreich haben die beste hauseigene Therme?“. Keine Frage nennt einen Betrieb. Gefragt werden ChatGPT, Microsoft Copilot, Perplexity, Claude und Google gleich zweimal: die AI Overviews, das KI-Feld über den normalen Suchergebnissen, und der AI Mode, die eigene KI-Suche von Google. Gezählt wird jede Quelle, die eine Antwort nennt.

Von April bis August sind so 1.140.482 Zitate aus 152 Tagen zusammengekommen. Die Auswertung habe ich Ende September als Studie veröffentlicht, die Messung läuft weiter. Die Antworten ändern sich dabei laufend: Fast die Hälfte aller zitierten Seiten taucht an einem einzigen Tag auf und ist wieder weg. Nur ein kleiner Kern wird über Monate immer wieder zitiert und trägt mehr als ein Drittel aller Zitate. Wer in diesen Kern kommt, ist für Gäste sichtbar, Tag für Tag.

Jede KI wählt anders

Der wichtigste Befund für Hotels: Die Systeme unterscheiden sich stark. Im August kommen knapp zwei Drittel aller zitierten Domains nur in einem einzigen System vor. Selbst die beiden Google-Systeme überschneiden sich bei derselben Frage am selben Tag nur zu rund 40 Prozent.

Bei Hotelfragen zeigt sich das besonders deutlich. Copilot führt am häufigsten direkt auf die Website eines Hauses. Claude und Perplexity greifen vor allem auf Listen von Portalen und Hotelführern zurück. Google zitiert seine eigenen Einträge aus Google Maps. Über alle Systeme gerechnet kommt ein Hotel auf drei großen Wegen in die Antwort: über die eigene Website, über die Listen der Portale und über den Google-Eintrag, dazu kommen die Sammelseiten der Destination. Im September sind diese drei Wege fast gleich stark. Wer nur auf ChatGPT schaut, sieht also einen Ausschnitt.

Der Ausreißer: Google im September

Bricht man die Zahlen auf Google herunter, zeigt der September einen deutlichen Ausreißer. Im Google AI Mode stammen bei Hotelfragen seit der Woche ab 7. September mehr als vier von fünf Quellen aus Google selbst, also aus den Einträgen mit Name, Sternen, Bewertungen, Fotos und Beschreibung. Im August war es jedes siebte Zitat. Die AI Overviews ziehen bei Hotelfragen nach. ChatGPT, Copilot und Claude zitieren die Websites der Betriebe dagegen so oft wie vorher.

Was das besagt: Google holt sich die Fakten über ein Hotel aus dem eigenen Eintrag. Das Google-Unternehmensprofil ist in der Google-Suche damit die erste Visitenkarte eines Hauses. Die Website verschwindet trotzdem nicht. In zwei von drei Antworten des AI Mode auf Hotelfragen ist eine Hotelwebsite im Text verlinkt, oft genau der Link aus dem Profil. Eine Ankündigung von Google zu dieser Veränderung habe ich nicht gefunden. Es ist eine Momentaufnahme, der Oktober wird zeigen, ob sie bleibt.

Googles neue Regeln für KI-Texte

Am 1. Oktober hat Google außerdem seinen Leitfaden zur Verwendung generativer KI auf Websites überarbeitet. KI ist darin nicht verboten, Recherche und das Strukturieren eigener Inhalte nennt Google ausdrücklich als sinnvoll. Aber viele mit KI erzeugte Seiten ohne Mehrwert können gegen die Spamrichtlinien verstoßen. Und ein Mensch soll vor dem Veröffentlichen prüfen, nicht nur den Text, sondern auch Seitentitel, Meta Descriptions und die Beschreibungen von Bildern.

Was das für Hotels heißt

Es gibt nicht mehr die eine Optimierung für die KI. Ein Haus, das bei Copilot über die eigene Website gefunden wird, kann im Google AI Mode nur über sein Google-Profil auftauchen und bei Claude nur über die Listen. Google-Profil, eigene Website und die richtigen Listen gehören deshalb zusammen. Und die Inhalte brauchen das, was nur das eigene Haus weiß. Die Fakten holt sich Google aus dem Eintrag, das Wissen muss von Ihnen kommen.

„Schöne Ausblicke und herzliche Gastfreundschaft“ schreibt jede KI, ohne Ihr Haus zu kennen. Was zählt, ist das Wissen Ihres Teams: welcher Weg vom Bahnhof mit Gepäck der angenehmste ist, welcher Ausflug bei Regen passt, was Gäste an der Rezeption immer wieder fragen.

Manuela Machner
KiNET.ai

Fünf Aufgaben für Ihr Haus

Abgeleitet aus über einer Million KI-Zitaten, der Veränderung bei Google im September und Googles neuen Regeln für KI-Texte. Jede Aufgabe lässt sich in wenigen Minuten prüfen. Ob eine KI ein Haus danach zitiert, kann niemand versprechen. Aber jedes Nein ist eine konkrete Aufgabe.

1. Das Google-Profil zuerst

Sind Kategorie, Ausstattungsmerkmale und Lage vollständig? Gibt es aktuelle Fotos, und führt der Website-Link auf die passende Seite? Ist die letzte Rezension beantwortet? Mit einer UTM-Kennzeichnung am Website-Link sehen Sie, wie viele Besuche über den Eintrag kommen.

Warum: In der KI-Suche von Google stammen bei Hotelfragen seit September mehr als vier von fünf Quellen aus Google-Einträgen.

Mein Tipp: Google Gemini hat am 20.10. eine direkte Verbindung zum Google Konto aufgemacht – das heißt, man kann sich von Google unterstützen lassen, sein Google-Konto zu optimieren. Auch, wenn man nur den Gratis Account von Google hat. 

Für alle, die nicht wissen, wo sie Gemini finden: rechts im Google Account auf die 9 Punkte klicken, dann hier Gemini auswählen und prompten: kannst du mir bei der Verbesserung meines Google Accounts helfen.

2. Die Gästefrage in den Titel

Öffnen Sie Ihre wichtigste Angebotsseite. Steht im Seitentitel, also dem Text im Browser-Tab, der Begriff, nach dem Gäste fragen, und Ihr Ort? Hat eine KI den Titel oder die Meta Description geschrieben, lassen Sie beides von einem Menschen prüfen.

Warum: Seiten, die immer wieder zitiert werden, tragen den Begriff der Frage fast immer im Titel. Und Google empfiehlt seit 1. Oktober ausdrücklich, KI-Texte samt Titel vor dem Veröffentlichen von einem Menschen prüfen zu lassen.

3. Startseite und Umgebung aus eigenem Wissen

Steht auf Ihrer Startseite als Text, was Ihr Haus ist und wo es liegt? Gibt es eine eigene Seite über die Umgebung, etwa „Ausflüge bei Regen rund um [Ort]“? Schreiben Sie sie aus dem Wissen Ihres Teams: Was fragen Gäste an der Rezeption, was empfehlen Sie persönlich?

Warum: Zitiert werden vor allem die Startseite und Seiten mit Umgebungs- und Ausflugstipps, kaum Zimmer- und Preisseiten. Austauschbare KI-Texte ohne Mehrwert sieht Google als Risiko.

4. In den richtigen Listen stehen

Suchen Sie auf einem großen Portal die Liste zu Ihrer wichtigsten Gästefrage in Ihrer Region, etwa „Familienhotels am [See]“. Stehen Sie drauf? Und stehen Sie auf der passenden Sammelseite Ihrer Destination? Wenn nein: Kategorie, Lage und Ausstattung im Destinationseintrag prüfen.

Warum: Portale werden vor allem über ihre Sammel- und Listenseiten zitiert, selten über die Seite eines einzelnen Hauses. Manche KI-Systeme greifen bei Hotelfragen vor allem auf solche Listen zurück.

5. Die englischen Seiten prüfen

Öffnen Sie die englische Fassung Ihrer Seite „Zimmer und Preise“. Ist sie vollständig, und steht dort dasselbe wie auf Deutsch?

Warum: Die Systeme zitieren von einer Seite fast immer entweder die deutsche oder die englische Fassung, praktisch nie beide. Manche greifen auch bei deutschen Fragen oft zur englischen.

Mein Vorschlag: überprüfen Sie ihre englischen Seiten, vor allem Beschreibungen und Preise.

Zur Studie

KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus. GEO-Monitor Österreich, April bis August 2026. 1.140.482 Zitate aus 152 Tagen, 154 Gästefragen, täglich an ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overviews, Perplexity und Microsoft Copilot, seit August auch an Claude. Ausschließlich Markt Österreich. Ein Zitat ist ein Quellenverweis in einer KI-Antwort, keine Empfehlung und keine Buchung. Wiederholbar, nicht repräsentativ. Die Rohdaten erhebt das Analysewerkzeug Otterly.ai, Aufbereitung und Auswertung stammen von Manuela Machner (KiNET.ai). Die Septemberzahlen stammen aus der laufenden Messung und sind nicht Teil der Studie.

Die Autorin

Manuela Machner

Manuela Machner

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Manuela Machner ist Gründerin des Beratungsunternehmens KiNET.ai, Keynote-Speakerin und Expertin für KI im Tourismus. Sie unterstützt Hotels, Destinationen sowie KMU dabei, KI-Systeme praxisnah in den Arbeitsalltag zu integrieren.
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