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Duales Lernen: Nachwuchs früh für den Betrieb gewinnen

Duales Lernen: Nachwuchs früh für den Betrieb gewinnen

Theorie lernen und gleichzeitig im Hotel arbeiten: Duale Ausbildungsmodelle bringen junge Talente früh in den Betrieb und verbinden Ausbildung mit echter Praxiserfahrung. Das ÖHV-TRAINEE Tourismuskolleg Semmering und die FHWien der WKW bieten zwei unterschiedliche Wege. Für Hotels eröffnen beide die Chance, Nachwuchskräfte kennenzulernen und gezielt zu entwickeln.

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Was bedeutet duale Ausbildung?

Bei dualen Modellen werden theoretische Ausbildung und praktische Tätigkeit im Unternehmen systematisch miteinander verbunden. Das Gelernte kann unmittelbar im Betrieb angewendet werden. Gleichzeitig fließen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag zurück in die Ausbildung.

Für Hotels ist dieser Ansatz besonders interessant: Nachwuchskräfte lernen Abläufe, Teams und Unternehmenskultur bereits während ihrer Ausbildung kennen. Betriebe wiederum können junge Menschen über einen längeren Zeitraum begleiten und ihre Entwicklung unterstützen.

Wie Theorie und Praxis organisiert sind, unterscheidet sich je nach Ausbildungsmodell.

ÖHV-TRAINEE Tourismuskolleg: den Hotelbetrieb von Grund auf kennenlernen

Das ÖHV-TRAINEE Tourismuskolleg Semmering verbindet die theoretische Ausbildung am Tourismuskolleg mit umfangreichen On-the-job-Trainings in österreichischen Spitzenhotels. Es handelt sich um ein Tourismuskolleg mit integriertem Trainee-Programm.

Im Mittelpunkt der Praxisphasen steht die Job Rotation. Die Trainees arbeiten in verschiedenen Hotelbereichen und lernen dadurch Zusammenhänge über Abteilungsgrenzen hinweg kennen. Theorieinhalte werden im Hotel angewendet, Erfahrungen aus dem Betrieb wiederum in der Ausbildung aufgegriffen.

Nach vier Semestern schließen die Trainees als Touristikkaufmann bzw. Touristikkauffrau ab. Der Abschluss umfasst auch Unternehmerprüfung und Gewerbeberechtigungen für Hotellerie und Gastronomie. Anschließend besteht die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Online-Top-up-Bachelorstudiums in drei weiteren Semestern.

Mit oder ohne Matura: Auch Oberstufen-Schüler:innen, die die Schule abbrechen und Lehrlingen mit abgeschlossener Berufsausbildung, steht das Tourismuskolleg nach einer Studienberechtigungsprüfung vor Ort offen. 

 

So werden Hotels ÖHV-TRAINEE-Ausbildungsbetrieb

Als Ausbildungsbetriebe kommen Ganzjahresbetriebe der österreichischen Hotellerie infrage, die einen Trainee in unterschiedlichen Abteilungen beschäftigen und ausbilden möchten.

Die Listung als ÖHV-TRAINEE-Ausbildungsbetrieb ist kostenlos. Es gibt keine automatische Zuteilung: Die Trainees bewerben sich bei den Ausbildungsbetrieben. Erst wenn beide Seiten zusammenpassen, wird der Trainee aufgenommen und während der On-the-job-Phasen im Hotel beschäftigt. Während der Theorieblöcke am Semmering entstehen dem Ausbildungsbetrieb keine Kosten.

Interessierte Betriebe können sich per E-Mail an office@oehv-trainee.at melden.

Im Rahmen meiner Ausbildung konnte ich Erfahrungen in unterschiedlichen Tätigkeiten und Abteilungen sammeln und in das reale Hotel-Leben eintauchen. Das war ein großer Motivations-Booster für mich und hat mich in meiner Berufswahl bestärkt.

Stefan Mantsch
Dipl. Tourismuskaufmann, Absolvent ÖHV-TRAINEE Tourismuskolleg

FHWien der WKW: Bachelorstudium und betriebliche Praxis verbinden

Die FHWien der WKW bietet Tourismus Management als duales Bachelorstudium an. Ab dem zweiten Studienjahr verbringen die Studierenden die erste Hälfte der Woche an der Fachhochschule. In der zweiten Wochenhälfte arbeiten sie 20 Stunden pro Woche in einem Partnerunternehmen. Insgesamt sind sie zwei Jahre durchgehend beim Praxispartner angestellt.

Die enge Verzahnung ermöglicht einen laufenden Wissenstransfer. Studieninhalte können direkt mit betrieblichen Fragestellungen verbunden werden. Gleichzeitig fließen Erfahrungen und Herausforderungen aus dem Unternehmen wieder in das Studium ein.

Für Hotels liegt darin ein doppelter Nutzen: Die Studierenden arbeiten im Betrieb mit und bringen gleichzeitig aktuelle fachliche Perspektiven aus dem Studium ein. Über die zweijährige Zusammenarbeit lernen die Betriebe potenzielle Nachwuchskräfte zudem frühzeitig kennen und können deren Entwicklung gezielt begleiten. In der Praxis übernehmen die Studierenden schrittweise Verantwortung und entwickeln ihre Kompetenzen über die zwei Jahre gezielt weiter.

So werden Hotels Praxispartner des dualen Bachelorstudiums der FHWien der WKW

Durch die geteilte Woche eignet sich das Modell besonders für Praxispartner aus Wien und Umgebung. Die Aufnahme in das Praxispartnernetzwerk ist kostenlos, ermöglicht den Zugang zu potenziellen Nachwuchskräften und verpflichtet aber einen Betrieb nicht dazu, Studierende aufzunehmen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an peter.klinger@fh-wien.ac.at 

Während meiner Praxisphase bei den Schiehser Hotels konnte ich in viele verschiedene Bereiche des Hotelalltags eintauchen – von Rezeption und Reservierung bis hin zu organisatorischen Aufgaben im Hintergrund. Besonders gefallen hat mir, Verantwortung zu übernehmen und zu sehen, dass meine Arbeit auch wirklich etwas im Alltag verändert.

Ketevan Tamaszidse , B.A.
Absolventin Bachelorstudium Tourismus-Management

Zwei Modelle mit viel Praxis

 ÖHV-TRAINEE Tourismuskolleg SemmeringFHWien der WKW
AusbildungsformTourismuskolleg mit integriertem Trainee-ProgrammDuales Bachelorstudium Tourismus Management
Theorie & PraxisTheorieblöcke am Semmering und On-the-job-Trainings im HotelAb dem 2. Studienjahr geteilte Woche zwischen Hochschule und 20 Stunden Beschäftigung im Partnerunternehmen
PraxisJob Rotation durch unterschiedliche AbteilungenZweijährige Tätigkeit bei einem Praxispartner mit wechselnden Aufgabenbereichen.
BetriebeGanzjahresbetriebe in ganz ÖsterreichWien und Umgebung
Einstieg für HotelsKostenlose Listung als AusbildungsbetriebKostenlose Praxispartnerschaft; keine Aufnahmeverpflichtung
AbschlussKollegabschluss, anschließend Top-up-Bachelor möglichBachelor (B.A.) in Business

Warum sich duale Modelle für Hotels lohnen können

Beide Modelle setzen an einem für die Hotellerie entscheidenden Punkt an: Junge Menschen sammeln über einen längeren Zeitraum betriebliche Erfahrung und werden dabei intensiv in den Arbeitsalltag eingebunden.

Hotels können potenzielle Nachwuchskräfte dadurch früh kennenlernen, ihnen Verantwortung übertragen und ihre Entwicklung begleiten. Gleichzeitig bringen Trainees und Studierende aktuelle fachliche Impulse und neue Perspektiven in den Betrieb ein.

Gerade für Betriebe, die ihren Fach- und Führungsnachwuchs langfristig aufbauen möchten, können duale Ausbildungsmodelle damit eine zusätzliche Möglichkeit neben klassischem Recruiting und Lehrlingsausbildung sein.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag.(FH) Kristin Oberweger

Mag.(FH) Kristin Oberweger

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