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Klimafreundlich einkaufen: Von der Tomate im Winter
Nachhaltigkeit

Klimafreundlich einkaufen: Von der Tomate im Winter

Was hat regionales und saisonales Gemüse mit ökologischer Nachhaltigkeit zu tun? Eine ganze Menge, denn wo und zu welcher Jahreszeit Gemüse angebaut wird, wirkt sich stark auf dessen ökologischen Fußabdruck aus.

Wer im Supermarkt zur Tomate im Winter greift, nimmt dabei nicht nur den wässrigen Geschmack, der meist nicht viel mit sonnengereifter Süße zu tun hat, in Kauf. Auch aus ökologischer Sicht zahlt sich der Griff zu Winter-Paradeisern nicht aus: Diese stammen entweder aus einem beheizten Gewächshaus oder wurden tausende Kilometer nach Österreich transportiert.

Glashaus oder Import?

Gemessen am Verbrauch von 32 kg pro Kopf ist die Tomate das Lieblingsgemüse der Österreicherinnen und Österreicher. Für das rote Gemüse ist die Hauptsaison in Österreich ungefähr von Juli bis Oktober. Mittlerweile sind allerdings das ganze Jahr über Tomaten aus Österreich erhältlich. Die ganzjährige Produktion ist jedoch nur mit beheizten Glashäusern möglich. Mit Folgen: Vergleicht man den CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilo Tomaten, ist je nach Anbauform ein wesentlicher Unterschied zu sehen. So ist ein Kilogramm Tomaten, das konventionell in der Region und während der Saison angebaut wird, für rund 85 Gramm CO2 verantwortlich. Wird dieselbe Menge in der Region, aber außerhalb der Saison im beheizten Glashaus angebaut, sind es bereits 9,3 Kilogramm.Importierte Paradeiser aus Spanien oder Italien können zwar beispielsweise auch im Winter aus einem unbeheizten Glashaus stammen und so auf die meisten von uns wie die klimafreundlichere Wahl wirken. Allerdings werden dabei oft Faktoren wie die Wasserknappheit oder schlechtere Sozialstandards an diesen Produktionsstandorten nicht miteinbezogen. Ökologisch und auch geschmacklich zweifellos am sinnvollsten ist es, Tomaten dann zu essen, wenn sie hierzulande im Sommer Saison haben und auch nicht aus anderen Ländern importiert werden müssen. 

Die Tomate im Ketchup

Tomaten sind nicht zum Lagern geeignet, können aber durch Tiefkühlen, Einlegen oder Einkochen länger haltbar gemacht werden. Auch der Blick auf die Rückseite des Tomatenglases im Handel macht aus ökologischer Sicht Sinn: Insbesondere in verarbeiteten Produkten wie Ketchup und Sugo verstecken sich in den allermeisten Fällen Tomaten aus dem Ausland. Über ein Drittel aller weltweit produzierten Tomaten stammen aus China – und finden sich auch bei uns in den Dosen und Gläsern wieder. Da bei einem verarbeiteten Produkt wie Ketchup (oder auch schon bei den weniger verarbeiteten gewürfelten Tomaten in der Dose) die Herkunftskennzeichnung der Rohstoffe nicht verpflichtend ist, bleibt diese für die Einkäuferinnen und Einkäufer der Küchen sehr oft unbekannt. Und nicht nur die Herkunft: Auch die Anbauform, der Transportweg und die sozialen Standards im Herkunftsland bleiben so verborgen und erschweren eine nachhaltige Kaufentscheidung. Wer sich allerdings bewusst für die Tomate aus der Region und während der Saison entscheidet, trifft so nicht nur die klimafreundliche Wahl, sondern stößt mit Sicherheit auch bei den meisten Gästen auf offene Ohren.

Ob Daten und Fakten zur Herstellung, Tipps zur Unterscheidung im Regal oder über Besonderheiten und kritische Themen: Weiterführende Informationen zur Tomate finden Sie im 9-seitigen Tomaten-Factsheet.

Bezugsquelle und weitere Infos:

Land schafft Leben ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, transparent und unabhängig über Herkunft, Herstellung und Bedeutung österreichischer Lebensmittel aufzuklären. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitungsbetriebe bis in die Gastronomie und den Handel beleuchtet der unabhängige und unpolitische Verein die gesamte Wertschöpfungskette.

 
Ihre Land schafft Leben-Ansprechpartnerin:

Mag. Carmen Brüggler 
T: +43 1 8906458-306
E-Mail: carmen.brueggler@landschafftleben.at

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