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Essen und Klima: Wie passt das zusammen?
Nachhaltigkeit

Essen und Klima: Wie passt das zusammen?

Indem wir uns beim Lebensmitteleinkauf zwei einfache Fragen stellen, können wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern – und den unserer Gäste.

Das 1,5 Grad-Ziel, der Kohleausstieg und Entschädigungen für Klimaschäden – das waren die großen Themen der Weltklimakonferenz in Glasgow im November. Nur mühsam konnten die 200 teilnehmenden Staaten Konsens finden, und auch dies nur zur Zufriedenheit der allerwenigsten. Gut also, dass man sich in Sachen Klimaschutz nicht ausschließlich auf schleppende Verhandlungen wie diese verlassen muss, sondern auch im eigenen Alltag bereits viel tun kann. Essen eignet sich dazu beispielsweise hervorragend. Zumindest dreimal täglich haben wir also die Möglichkeit, unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern – oder den unserer Gäste.

Ein beachtlicher Teil der globalen Treibhausgasemissionen wird durch unser Ernährungssystem verursacht. Schätzungen gehen hier von einem Anteil von bis zu 37 Prozent aus. Der Löwenanteil entfällt dabei wiederum auf die Produktion unserer Lebensmittel: Von der Futtermittelproduktion für Masttiere über deren Aufzucht und den Anbau von Getreide, Obst und Gemüse schlagen hier unterschiedliche Bereiche zu Buche. Auch die Lagerung, die Verarbeitung und der Transport der Lebensmittel tragen ihren Anteil zur Verursachung von Treibhausgasemissionen bei.

Eine völlig emissionsfreie Lebensmittelerzeugung ist selbstverständlich kaum möglich. Dennoch macht es einen erheblichen Unterschied, ob das Mastschwein mit Soja aus Südamerika oder mit heimischem Futter gefüttert wurde oder ob das Gemüse um den halben Kontinent gereist ist, bevor es auf dem Teller landet – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Um klimafreundlich Lebensmittel einzukaufen, muss man also einiges über die Produkte und die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden, wissen. Gutes Marketing und mangelnde Kennzeichnung – etwa des Herkunftslandes des Lebensmittels – machen dies oft zu einer Herausforderung. Diese ist jedoch bewältigbar, indem man sich zunächst zwei Fragen stellt: Kommt das Lebensmittel aus meiner Region beziehungsweise aus Österreich? Und hat es gerade Saison?

Dass Regionalität und Saisonalität beim klimafreundlichen Einkauf eine große Rolle spielen, lässt sich gut am Beispiel der Tomate beobachten. So ist ein Kilogramm Tomaten, das konventionell in der Region und während der Saison angebaut wird, für rund 85 Gramm CO2 verantwortlich. Wird dieselbe Menge in der Region, aber außerhalb der Saison im beheizten Glashaus angebaut, sind es bereits 9,3 Kilogramm.

Wer regional und saisonal einkauft, tut aber nicht nur etwas für das Klima, sondern schlägt gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Saisonal abgestimmte Gerichte mit Zutaten aus der Region treffen auch den Puls der Zeit und können entsprechend vermarktet werden. Schließlich erwarten sich all jene, die unsere Regionen besuchen und die heimische Küche genießen, auch regionale Zutaten. Und zuletzt unterstützt der regionale Einkauf die österreichischen Bäuerinnen und Bauern, die mit ihrer Arbeit nicht nur Lebensmittel produzieren, sondern auch unsere Kulturlandschaft pflegen. Wenn wir also ihre Produkte anbieten, so können sie auch dafür sorgen, dass unsere Tourismusregionen weiterhin gut besucht sind.

 

Bezugsquelle und weitere Infos:

Land schafft Leben ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, transparent und unabhängig über Herkunft, Herstellung und Bedeutung österreichischer Lebensmittel aufzuklären. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitungsbetriebe bis in die Gastronomie und den Handel beleuchtet der unabhängige und unpolitische Verein die gesamte Wertschöpfungskette.


Ihre Land schafft Leben-Ansprechpartnerin:

Mag. Carmen Brüggler 
T: +43 1 8906458-306
E-Mail: carmen.brueggler@landschafftleben.at

 

 

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