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Steuerbegünstigte Überstunden

2024 und 2025 können bis zu 18 Überstunden/Monat (bzw. 200 Euro) steuerbegünstigt ausbezahlt werden (statt davor 10 Stunden und maximal 86 Euro). Derzeit kommt es bei Steuerprüfungen vermehrt zu Nachforderungen bei der Auszahlung von steuerbegünstigten Überstunden.

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Ausgangssituation

Bis Ende 2023 bestand die Möglichkeit, bis zu 10 Überstunden bzw. max. 86 Euro im Monat lohnsteuerfrei auszubezahlen. Für die Jahre 2024 und 2025 wurde die Grenze auf 18 Überstunden bzw. max. 200 Euro pro Monat erhöht. Der Betrieb ist im Rahmen einer Prüfung durch das Finanzamt oder die ÖGK verpflichtet, nachzuweisen, dass diese 10 bzw. 18 Überstunden im Monat auch tatsächlich von den einzelnen Beschäftigten geleistet worden sind.

Achtung

  • Die Finanzverwaltung vertritt auf Basis einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vom 16.11.2023, Ra 2021/15/0091 die Rechtsansicht, dass im Falle einer Durchrechnung erst ab der 10. Stunde am Tag bzw. ab der 49. Stunde pro Woche eine Überstunde vorliegt und nur solche Überstunden steuerbegünstigt ausbezahlt werden können. Dazu ist auch noch ein Verfahren beim Bundesfinanzgericht anhängig. Betriebe wurden im Zuge von Prüfungen bereits mit Nachforderungen konfrontiert.

Steuerbegünstigte Überstunden und Durchrechnung

Gemäß den Kollektivverträgen für Arbeiter und Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe können Ganzjahresbetriebe eine Durchrechnung der Normalarbeitszeit für Vollzeitkräfte mit einem Durchrechnungszeitraum von maximal 26 Wochen durch Betriebsvereinbarung oder durch schriftliche Vereinbarungen mit den betroffenen Mitarbeiter:innen nutzen, um Überstunden zu vermeiden.

Für Saisonbetriebe gilt zwingend bis 31.10.2024 eine Durchrechnung der Normalarbeitszeit für Vollzeitkräfte mit einem Durchrechnungszeitraum auf die Dauer der Saison. Mit den angekündigten Kollektivvertrags-Änderungen sollen mit Beginn der Wintersaison 2024/25 auch Saisonbetriebe eine Wahlmöglichkeit haben.

Der Hotelbetrieb hat - künftig auch als Saisonbetrieb - die Möglichkeit, zu entscheiden,

  • ob er mit der Durchrechnung der Normalarbeitszeit das Anfallen von Überstunden vermeiden bzw. reduzieren will oder
  • ob er ohne Durchrechnung der Normalarbeitszeit das Anfallen von Überstunden akzeptieren will, von denen manchmal auch nur ein kleiner Teil (derzeit 18, früher 10 Stunden) steuerbegünstigt ist, die aber jedenfalls mit 50 % Zuschlag in der Lohnverrechnung anzusetzen sind.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Maria Wottawa

Mag. Maria Wottawa

Leitung Mitgliederservice E-Mail senden +43 1 5330952-14
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