Eine Strategie braucht messbare Ziele. Im Tourismus können das sehr unterschiedliche sein. Bis vor wenigen Jahren standen in Österreichs Regierungsprogrammen wenig ambitionierte Nächtigungs-Ziele – was alles andere als optimal ist. Verständlich also, dass die Regierung von diesen Zielen abgekommen ist. Dass sie allerdings ersatzlos gestrichen wurden, hinterlässt eine Leere. Auch im Plan T finden sich keine messbaren Ziele, anhand derer Programme und Budgets entwickelt werden und der Fortschritt gemessen werden kann. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Parametern, die sich dafür geradezu aufdrängen – in den unterschiedlichsten Dimensionen, allen voran die wirtschaftlichen. Besonders an der Steigerung der Wertschöpfung sollte der Politik genauso viel liegen wie der Branche: An diesem Erfolg haben alle teil, auch der Staat etwa durch steigende Umsatz- und Lohnsteuereinnahmen oder die Beschäftigten, aber auch vor- und nachgelagerten Branchen. Ähnlich die Situation bei den Investitionen, der Aufenthaltsdauer und der Auslastung: Hier können Politik und Wirtschaft ähnliche Ziele haben und den Weg dorthin gemeinsam beschreiten. Wer sich gute Ziele setzt und Maßnahmen plant und budgetiert, erreicht sie eher und schneller als ohne Plan. Ein weiterer Vorteil für eine umsichtige und vorausschauende Politik: Dann ist es auch einfacher, konkurrierende Ziele unter einen Hut zu bringen – also Ökonomie und Ökologie oder soziale Aspekte.
Die ÖHV hat gemeinsam mit dem WIFO ein Konzept für die wichtigsten Ziele einer Tourismusstrategie entwickelt und bei der Erweiterten Präsidiumssitzung der ÖHV wertvollen Input von 50 Praktiker:innen aus Leitbetrieben in ganz Österreich mitgenommen. In Kürze stellen wir der Bundesregierung und dem Nationalrat die Erfolgskriterien für eine zukunftsfitte Tourismusstrategie vor.