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Song Contest und Sonntagsöffnung: ÖHV will Wien und Österreich wachrütteln
Presse

Song Contest und Sonntagsöffnung: ÖHV will Wien und Österreich wachrütteln

Die Sonntagsöffnung, international längst möglich, gibt es in Österreich nur für Online-Shops. Die ÖHV will das ändern: nicht nur für den Song Contest und nicht nur für Wien.

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Tourismusstädte im internationalen Scheinwerferlicht brauchen für Gäste und Betriebe zeitgemäße Regelungen – etwa Wien, wenn Europas größter Musikwettbewerb dort gastiert. Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung, tritt für einen verkaufsoffenen Sonntag ein. Der darf aber weder eine Eintagsfliege noch auf Wien beschränkt sein, spielt er mit offenen Karten: „Österreich steckt echt tief in der Krise. Halbherzige Diskussionen über halbherzige Reförmchen bringen uns da nicht heraus.“ Veit will eine Regelung für das Song Contest-Wochenende, die auf alle Landeshauptstädte umgelegt werden kann und soll.

 

Nicht päpstlicher sein als der Papst

Viele Städte – selbst Rom – lassen Händler ihre Geschäfte an Sonntagen öffnen. Nur in Österreich sorgt die Anregung für Aufregung. Veit fordert eine sachliche Debatte: „Es kommen so viele Menschen mit guter Stimmung, Geld und Zeit ins Land: Lassen wir sie einkaufen! Die Stadt und der Staat können das Geld genauso gut brauchen wie viele Händler:innen und Handelsbeschäftigte, die für einen Tag Arbeit zwei bezahlt bekommen.“

 

Festspiel-Gäste sollen mehr Geld in der Stadt lassen können

Besonders widersprüchlich ist die Situation in Salzburg: „Da kommen kaufkräftige Gäste in eine Stadt, die mit ihrer Gastfreundlichkeit wirbt, und wir lassen sie dann vor geschlossenen Geschäften versauern? Bitte ändern wir das!“ Dass die Situation in den anderen Landeshauptstädten nicht besser ist, lässt Veit nicht gelten: „Jede Landeshauptstadt hat saisonale Spitzen und Feste!“

 

Digitale Realität überholt veraltete Regelungen

Besonders deutlich macht den Widerspruch zwischen Online-Gewinnen und Offline-Verlusten die forcierte Sonntags-Zustellung von Paketen, die noch mehr Umsatz in die Arme des Internet-Handels treibt: „Online ist der Sonntagseinkauf längst Realität, nur der stationäre Handel wird per Gesetz im vergangenen Jahrhundert festgehalten. Das schadet dem Handel, den Beschäftigten, der lokalen Bevölkerung, dem Ortsbild, dem Tourismus“, fordert Veit zeitgemäße Regeln: „Chancengleichheit für den stationären Handel!“

 

Bereits 12,5 % Mrd. Euro Umsatz im Online-Handel

„Der Sonntag soll ja nicht zu einem Tag wie jeder andere werden. Aber Handel sollte möglich sein. Er kann und soll ja auch durchaus später beginnen und früher enden.“ Es werde auch nicht der gesamte Handel öffnen: „Manche Branchen und Geschäfte mehr. Wer im Handel arbeitet und das will, wechselt dorthin und umgekehrt.“ Doch dass der stationäre Handel zuschauen muss, wenn die Online-Konkurrenz Milliarden-Gewinne schreibt, dürfe nicht sein. Ändern kann das aber nur die Politik – und das ist angesichts des enormen Umsatzes im Internet-Handel auch dringend nötig: 12,5 Mrd. Euro werden pro Jahr bereits umgesetzt. Die Sonntagsöffnung würde einen Teil zurück in die Geschäfte holen: „Wir brauchen statt ideologischer Grabenkämpfe klare, moderate und praktikable Lösungen und die Möglichkeit, die Geschäfte in den Landeshauptstädten entsprechend der Nachfrage zu öffnen!“

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & Unternehmenssprecher E-Mail senden +43 1 5330952-20
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