Kosten einsparen und Nachhaltigkeit gehen gerade im Housekeeping oft Hand in Hand. Ein genauer Blick auf die zahlreichen Möglichkeiten erleichtert eine individuelle Entscheidung für den eigenen Betrieb:
- Umstieg auf chemiefreie Reinigungsmethoden: Ökologisch zertifizierte Produkte im Vortränksystem bedeuten einen Kosteneinsatz von 1 Euro / Tag für 70 Zimmer. Hier lohnt sich eine Analyse des erforderlichen Arbeitsaufwandes, des Personaleinsatzes sowie der Investition in entsprechende Geräte.
- Reinigungsfreie Tage: Der Gast entscheidet selbst, ob sein Zimmer gereinigt wird oder nicht. Einerseits ist hier ein Einsparungspotential vorhanden, andererseits stellt sich die Frage, ob durch fehlende Reinigungsprozesse mehr Arbeit und somit auch nachfolgend ein höherer Arbeitsmaterialeinsatz und somit Kosten entstehen. Achtung: Der Nachhaltigkeitsgedanke kann außerdem nach hinten losgehen, wenn Reinigung und Sauberkeit vom Gast nicht mehr in der Bewertung der Dienstleistung verankert werden und somit zu einer Verschiebung der Gästebewertungen führen.
- Geringere Wäschemengen: Der Gast entscheidet bewusst, ob sein Handtuch getauscht und seine Bettwäsche gewechselt werden soll. Hier liegt finanziell und ökologisch das größte Einsparungspotential mit 20–25 % Kostenreduktion.
- Vermeidung von Kleingebinden: Gerade im Bereich der Hotelkosmetik lässt sich hier einiges einsparen. Setzen Sie auf nachfüllbare Supplies mit nachwachsenden und ökologischen Inhaltsstoffen.
- Badeschlapfen: Statt sie standardmäßig in jedem Zimmer anzubieten, wird der Gast informiert, dass sie auf Wunsch gerne kostenfrei ausgegeben werden.
- Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter:innen: Gerade Nachhaltigkeit muss wesentlich größer betrachtet werden und betrifft auch den Umgang mit der Ressource Mitarbeiter:innen. Wer mit zielgerichteten Tools den Körper schont, hat mehr Freude bzw. Motivation bei der Arbeit und kann so effizienter arbeiten. Und effizienteres Arbeiten bietet wiederum Möglichkeiten, um Kosten einzusparen.
Bei der Reduktion der Wäschemenge fängt Nachhaltigkeit erst richtig an. Eigentlich wissen wir es schon immer und haben auch die Hinweisschilder zum Umgang mit Wäschestücken im Sinne eines ökologischen Handelns definiert. Genau hier kann im großen Stil eingespart werden. Wenn unsere Mitarbeiter der Anweisung folgen und wirklich nur dann die Badewäsche tauschen, wenn sie im Bad am Boden liegt – so sparen Sie 20 bis 25 % des Wäschevolumens ein.
In vielen Fällen werden von den Mitarbeitern Wäschestücke mit dem Hintergedanken getauscht, dass mehr Trinkgeld für die Dienstleistung gegeben wird. Auch beim Klassiker des Bettwäschewechsels kann die Entscheidung an den Gast delegiert werden. Das Potential der Einsparung ist enorm.
Wahrnehmung der Dienstleistung „REINIGUNG“
Dieser Aspekt muss hier im Besonderen betrachtet werden. Interessanterweise zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass durch die „weggelassene“ Dienstleistung, die Bewertungen der Dienstleistung im Bereich Housekeeping massiv sinken. Der Gast verzichtet auf Feedback oder fühlt sich auch im Unterbewusstsein nicht mehr supportet und das Wohlfühl-Feeling sinkt. Jetzt sinken auch die Abteilungsbewertungen und das ist für die Teams eine überaus herausfordernde Situation. Plötzlich wird die Abteilung im internen Ranking abstürzen. Wo ist hier die Motivation für das Team?
Kurz gesagt: Es ist von großer Bedeutung, Nachhaltigkeitsthemen genau unter die Lupe zu nehmen. Der Wort-Zwilling zum Begriff der Nachhaltigkeit ist die Qualität, auf die wir uns verstärkt fokussieren sollten, um den eigenen Ansprüchen im Themenkreis gerecht zu werden.
Kontakt:
Dipl.Päd. Andrea Pfleger, MsC
Beraterin und Expertin im Reinigungs-, Hygiene- und Qualitätsmanagement
T.: +43 660 1977000
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