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Gute Führung braucht Entwicklung
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Gute Führung braucht Entwicklung

Wie gelingt gute Führung in der Hotellerie? Wolfgang Wieland zeigt, warum gezielte Personalentwicklung Führungskräfte entlastet, Mitarbeitende stärkt und Potenziale im Team besser zur Wirkung bringt. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungsgespräche sind dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.

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Ohne Personalentwicklung keine gute Führung

Was macht eine Führungsrolle attraktiv? Geld, Macht, Karriere?
Diese Faktoren spielen zweifellos eine Rolle. Doch ihre Wirkung ist oft weniger nachhaltig, als wir glauben. Die eigentliche Attraktivität von Führung zeigt sich an einer anderen Stelle: in der Bereitschaft, Verantwortung für die Entwicklung anderer Menschen zu übernehmen.

Wer eine Führungsrolle anstrebt, sollte sich deshalb einige ehrliche Fragen stellen: Wie sehr interessiert es mich, andere Menschen zu begleiten und sie durch Fordern und Fördern zum Aufblühen zu bringen? Bin ich bereit, einen großen Teil meiner Arbeitszeit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu widmen? Habe ich den Mut, Verantwortung zu teilen und ihnen Entscheidungsspielraum zu geben? Interessiert mich ihr persönliches Vorankommen – das Entdecken und Entwickeln ihrer Potenziale? Und bin ich bereit, Engagement, Qualität und letztlich Top-Leistung einzufordern?

Führung bedeutet heute vor allem: Menschen in ihrer Entwicklung fördern.

Das Fort-/Weiterbildungsplanungsgespräch gehört zu jeder gut gepflegten Leadership-Toolbox. Dieses unterscheidet sich mit seinem verbindlichen Charakter von einem Gespräch zwischen Tür und Angel. Seine Einführung im System eines Hotelbetriebes stellt eine Intervention, welche “regelmäßige” Gespräche auf Unternehmens-, Team- und persönlicher Ebene nachzieht, dar. In diesem Sinne schadet es nicht, sich den Nutzen dieser beträchtlichen Investition vor Augen zu führen:


Personalentwicklung als strategische Führungsaufgabe

Ein zentrales Instrument dafür ist das Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräch. Es schafft einen verbindlichen Rahmen für Reflexion, Zielvereinbarungen und Entwicklung.

Wird dieses Gespräch konsequent geführt, entfaltet es eine große Wirkung. Es etabliert eine Kultur regelmäßiger Gespräche – im Unternehmen, im Team und auf persönlicher Ebene. Personalentwicklung wird damit zu einem festen Bestandteil guter Führung.


Was bringt Personalentwicklung in der Hotellerie?

  • Wir gehen davon aus, dass jede und jeder vorankommen, sich weiterentwickeln möchte – über sich hinauswachsen. Personalentwicklung (PE) erschließt Potenziale. Aus Stärken werden Exzellenzen.

  • In der PE treffen einander die persönlichen Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Interessen des Unternehmens. PE fördert die Motivation. Die Arbeitszufriedenheit steigt. PE gilt als Zeichen der Wertschätzung, lebensbegleitendes Lernen als Markenzeichen, welches ein Unternehmen attraktiv macht – für alle Stakeholder.

  • PE stützt die Organisationsentwicklung (OE), die Qualitätsentwicklung des Unternehmens. Sie gilt als Investition mit hohem Return-on-Investment.


Was erfolgreiche Personalentwicklung braucht

  • Eine PE-freundliche Unternehmenskultur pflegen. PE genießt einen hohen Stellenwert – niemand muss zur Fort- und Weiterbildung “gezwungen” werden. Oder hat PE im Unternehmen Event-Charakter?

  • Unternehmens- und individuelle Bedürfnisse verbinden – PE bedient beides. Und: Individuell meint wirklich auf die Person zugeschnitten.

  • Die Mission des Hotelbetriebes, den Service an den Kundinnen und Kunden in den Fokus rücken – aus Zufriedenheit soll Begeisterung und weiter Verblüffung werden.

  • Potenziale erkennen, Ressourcen aufdecken, Kompetenzen zu Exzellenzen weiterentwickeln – und dafür persönliche Ziele vereinbaren.

  • PE als Investition sehen. Was bringt sie? Was kostet sie?

  • Das Unternehmen als lernende Organisation wahrnehmen. Wie können wir mehr Wirkung erzielen? PE ist wesentlich mehr als die Summe der Seminarteilnahmen. Wie können wir es schaffen, dass sich Lernerfahrungen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vervielfältigen? Sind sie bereit, Aha-Erlebnisse zu teilen?

  • Verantwortung übernehmen. Alle sind für das Gelingen von PE verantwortlich.

  • Qualitätsstandards für die PE festlegen. Woran wollen wir das Gelingen festmachen? In welchem Ausmaß wurden die vereinbarten Lernziele tatsächlich erreicht?

  • Als Führungskraft Kontakt anbieten. Das Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräch ist eine tolle Chance dafür. Transferberatung und -analyse durchführen. Was kommt im Alltag des Hotelbetriebes an?

  • PE mit einem hohen Grad an Verbindlichkeit als Wert verknüpfen. Klare Commitments leben. Eine hohe Beteiligung einfordern. Persönliche Entwicklungsziele vereinbaren. Alle machen mit.

  • Vernetzung innerhalb und außerhalb des Betriebes fördern. Hierarchieübergreifende Kommunikation pflegen.


Investition mit nachhaltiger Wirkung

Das Budget für Personalentwicklung ist in jedem Unternehmen begrenzt. Gerade deshalb lohnt es sich, diese Investition bewusst zu gestalten. Zeit und Geld, die in die Entwicklung von Menschen fließen, zahlen sich vielfach aus: in motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, engagierten Teams und einer Organisation, die sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Gute Führung zeigt sich nicht daran, wie viel Macht jemand hat – sondern daran, wie viele Menschen durch sie wachsen.

Das sollten Sie mitnehmen

  • Führungskräfte müssen bereit sein, 50 Prozent ihrer Zeit Mitarbeitenden zu widmen – durch Fordern und Fördern.

  • Das Fort-/Weiterbildungsplanungsgespräch ist ein verbindliches Leadership-Tool für nachhaltige Personalentwicklung.

  • PE verbindet individuelle und unternehmerische Interessen – Motivation und Arbeitszufriedenheit steigen.

  • Eine PE-freundliche Kultur braucht Qualitätsstandards, Verbindlichkeit und gemeinsame Verantwortung.


Der Autor:

Dipl. Ing. Dr. Wolfgang Wieland
selbstständiger Trainer – Berater – Coach
coaching@wolfgang-wieland.at

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Brigitta Brunner BA

Brigitta Brunner BA

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