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Saisonierskontigent wird um 200 aufgestockt

Saisonierskontigent wird um 200 aufgestockt

Das Saisonierskontingent für den Tourismus wird per Juni 2024 um weitere 200 Personen erhöht. Stammsaisoniers können seit 2022 laufend registriert und dann künftig außerhalb des Kontingentes beschäftigt werden. Bitte machen Sie in Frage kommende Personen auf diese Möglichkeit aufmerksam!

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Die Saisonbewilligung ist eine befristete Beschäftigungsbewilligung, die aufgrund einer Verordnung des Bundesministers für Arbeit für bestimmte Beschäftigungsbereiche (Land- und Forstwirtschaft, Tourismus) erteilt werden darf. Es handelt sich um Wirtschaftszweige, für die nicht genügend Arbeitskräfte aus dem Inland zur Verfügung stehen.

Die Bundesländer-Kontingente 2024

Für den Tourismus steht gemäß Saisonkontingentverordnung für 2024 ein Kontingent von 4.295 ausländischen Arbeitskräften für die befristete Beschäftigung bereit. Mit Juni 2024 wird diese Zahl um 200 Personen aufgestockt. Wie sich die zusätzlichen Kräfte auf die Bundesländer verteilen, ist noch nicht verlautbart worden. Laut einer Information des Arbeitsministeriums sollen voraussichtlich 170 Plätze auf Kärnten entfallen und weitere 30 auf Niederösterreich.

Die ursprüngliche Verteilung der 4.295 Plätze:

  • Burgenland: 50
  • Kärnten: 292
  • Niederösterreich: 68
  • Oberösterreich: 315
  • Salzburg: 1.231
  • Steiermark: 391
  • Tirol: 1.249
  • Vorarlberg: 632
  • Wien: 67

Im Rahmen der Kontingente dürfen Beschäftigungsbewilligungen mit einer Geltungsdauer bis zu 6 Monaten erteilt werden. Innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten dürfen für ein und dieselbe Saisonarbeitskraft Beschäftigungsbewilligungen für eine Gesamtdauer von längstens neun Monaten erteilt oder verlängert werden. Die Kontingente sind im Jahresdurchschnitt einzuhalten. Zu den Saisonspitzen sind bei den Kontingenten zeitlich begrenzte Überschreitungen um bis zu 50 % zulässig.

Ausländer:innen, die
1. seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind oder
2. in den vorangegangenen 5 Jahren zumindest einmal im Rahmen von Kontingenten gemäß § 5 AuslBG erlaubt beschäftigt waren, sind bei der Erteilung der Beschäftigungsbewilligungen zu bevorzugen.

Arbeitgeber:innen, deren Saisoniers sich gemäß § 5 Abs. 6a AuslBG als Stammsaisoniers registrieren lassen oder eine Rot-Weiß-Rot-Karte als Stammmitarbeiter:in erhalten, sind bei Freiwerden von Kontingentplätzen bei der Erteilung neuer Beschäftigungsbewilligungen zu bevorzugen.

Grundlegende Rahmenbedingungen

Saisonarbeitskräfte, die bereits zum Aufenthalt im Bundesgebiet berechtigt sind oder mindestens einmal in den vorangegangenen fünf Jahren als Saisonarbeitskraft oder Erntehelfer im Rahmen eines Kontingents  beschäftigt waren, sind bevorzugt zu bewilligen.

Saisoniers werden nur dann vom AMS zugeteilt, wenn es keine Alternativen gibt. Grundsätzlich werden heimische Mitarbeiter:innen und Arbeitslose/EWR Bürger bei der Vermittlung seitens AMS bevorzugt. Das Kontingent ist lediglich dafür da, um Saisonspitzen abzudecken.

Ersatzkraftverfahren

Für Saison-Arbeitskräfte ist ein Ersatzkraftverfahren vorgesehen, außer die Saison-Arbeitskraft hat eine Bestätigung als „Stammsaisonier“.

Im Zuge des Ersatzkraftverfahrens werden dem/der Arbeitgeber:in vom AMS Personen vorgeschlagen, die arbeiten dürfen und den Anforderungen gerade jener Position entsprechen, für die eine Arbeitsbewilligung für eine:n Fremde:n beantragt wurde (Schlüsselkraft). Der/die Arbeitgeber:in ist gezwungen, gegenüber dem AMS zu den im Ersatzkraftverfahren zugewiesenen Personen Stellung zu nehmen, insbesondere muss er/sie darlegen, wenn diese Personen den Anforderungen nicht entsprechen und warum nicht. Es ist wichtig, an diesen Ersatzkraftverfahren als Arbeitgeber:in hinreichend mitzuwirken um die erfolgreiche Bearbeitung von Anträgen für Fremde/Schlüsselkräfte durch das AMS zu ermöglichen. Wenn das AMS davon ausgehen kann, dass gar kein Interesse an Ersatzarbeitskräften besteht, könnte das einen negativen Ausgang für diesen und andere gleichzeitig gestellte Anträge für Ausländer:innen als Arbeitnehmer:innen bedeuten.

Neue Stammsaisoniers

Viele Hoteliers beschäftigen seit Jahren dieselben verlässlichen Saisoniers, welche häufig bereits zur Stammmannschaft zählen. Die Zahl der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen ist jedoch beschränkt (Stichwort Kontingent). Dies hat bei den Unternehmen sowie Mitarbeiter:innen zunehmend zu Planungsunsicherheiten für die Saison geführt, weil das AMS die Bewilligungen erst nach einer Arbeitsmarktprüfung in jedem Einzelfall (Ersatzkraftverfahren) erteilen darf.

Mit der Stammsaisoniers-Regelung können Saisonarbeitskräfte, die in den vorangegangenen 5 Kalenderjahren in zumindest 3 Kalenderjahren entweder in der Land- und Forstwirtschaft oder im Fremdenverkehr jeweils mindestens 90 Tage pro Kalenderjahr als Saisonarbeitskraft rechtmäßig beschäftigt waren, einen Antrag auf Registrierung als Stammsaisonier stellen.

Eine Zusammenrechnung von Beschäftigungszeiten in den verschiedenen Wirtschaftszweigen ist nicht möglich. Die Registrierung erfolgt einmalig und ist bis auf weiteres gültig.

Die Antragstellung ist persönlich bei jeder regionalen Geschäftsstelle des AMS möglich oder kann per Mail an die Ausländerfachzentren des AMS erfolgen.

Beschäftigungsbewilligungen für registrierte Stammsaisoniers werden nicht auf die jährlichen Kontingente angerechnet und es wird für die Bewilligung KEIN Ersatzkraftverfahren durchgeführt!

Für den Antrag sind eine Antrags- und Ausstellungsgebühr von jeweils 14,30 Euro, pro Beilage 3,90 Euro und eine Verwaltungsabgabe von 2,10 Euro zu entrichten. Die Registrierung ist nur einmal erforderlich und gilt auf unbestimmte Zeit.

Der Antrag auf Registrierung als Stammsaisonier kann bei Vorliegen einer entsprechenden Vollmacht auch von Arbeitgeber:innen im Zuge der Beantragung der Beschäftigungsbewilligung gestellt werden.

Bitte machen Sie in Betracht kommende Personen auf diese Möglichkeit aufmerksam!

Stand: Mai 2024

Vom Saisonier zur Ganzjahreskraft

  • Saisonarbeitskräfte, die über zwei Kalenderjahre als registrierte Stammsaisoniers mindestens sieben Monate pro Kalenderjahr im selben Wirtschaftszweig beschäftigt waren, werden zu sog. "Stammmitarbeiter:innen" und sollen künftig  ungeachtet ihres Alters und ihrer Qualifikation eine Rot-Weiß-Rot – Karte für eine Beschäftigung bei ihren bisherigen Arbeitgeber:inen erhalten..

    Um als Stammmitarbeiter:in aufgenommen werden zu können, braucht es außerdem ausreichende Deutschkenntnisse (A2) sowie einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Maria Wottawa

Mag. Maria Wottawa

Leitung Mitgliederservice E-Mail senden +43 1 5330952-14
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