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ÖHV: Direktbuchungen beliebt, OTAs unter Beschuss
Presse

ÖHV: Direktbuchungen beliebt, OTAs unter Beschuss

ÖHV-Präsidentin Reitterer begrüßt die Pläne für den Tourismusstandort: AfA-Reparatur, Fachkräfte-Offensive, Lohnnebenkostensenkung und Registrierungspflicht für Sharing-Hosts.

12. Januar 2020

Die ÖHV hat Deutsche, Schweizer, Südtiroler und Österreicher befragt, wie sie Urlaube in Österreich buchen, und Hotels zu Buchungswegen und der Zusammenarbeit mit den großen Plattformen. „Die Gäste sind, mit etwas Verbesserungspotenzial da oder dort, sehr zufrieden mit der Direktbuchung. Ganz anders sieht die Zusammenarbeit mit Plattformen aus: Wir haben sehr konkrete Hinweise, dass OTAs im großen Stil gegen geltendes Recht verstoßen“, nimmt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer, das wohl kritischste Ergebnis der Befragung vorweg.

 

Gäste bevorzugen Direktbuchung

68,7 % der Aufenthalte in Österreich werden direkt gebucht, so Reitterer, über die Hotel-Website oder E-Mail, über Telefon oder als spontaner „Walk-in“. Über Plattformen kommen aber immerhin 21,2 %. Darauf kann kein Hotel verzichten. Alle anderen Buchungskanäle teilen sich die restlichen 10 %, wobei mit 4,9 % der größte Anteil auf Reisebüros und Reiseveranstalter entfällt.

Der Preis: das Argument für Direktbuchung

Als wichtigstes Motiv für die Direktbuchung nennen die Gäste den günstigeren Preis, gefolgt von detaillierten Informationen zum Hotel und dem direkten Kontakt zum Gastgeber: „Da ist die Direktbuchung natürlich unschlagbar. Mit dem Preisargument können wir aber nur punkten, weil wir das gesetzliche Verbot der Ratenparität durchgesetzt haben. Umso wichtiger ist, dass dieses Gesetz eingehalten wird“, hält Reitterer fest. Weit abgeschlagen als Gründe für die Direktbuchung sind alternative Bezahlmöglichkeiten und Chatbots: „Ihre Zeit kommt erst“, ist sich Reitterer sicher.

„Nicht daran gedacht“: Gäste aktiv auf Direktbuchung verweisen

Auch wer nicht direkt gebucht hatte, wurde nach den Beweggründen gefragt. Überraschende 30,6 % gaben an, sie hätten diese Möglichkeit gar nicht in Betracht gezogen: „Hotels müssen ihre Gäste noch stärker auf die Möglichkeit der Direktbuchung hinweisen, vielen ist gar nicht bewusst, über welchen Kanal Zimmer gebucht wurden. Aber das haben wir selbst in der Hand“, so Reitterer.

 

Plattformen in der Kritik: schlechte Zusammenarbeit, hohe Kosten

Gäste zur Direktbuchung zu motivieren sei naheliegend, schließlich betrachtet mehr als jeder fünfte Hotelier die Zusammenarbeit mit OTAs kritisch bis sehr kritisch. 57 % der Hoteliers sehen die Kommissionen als überhöht an. Im Durchschnitt kassieren die OTAs für die vollautomatische Abwicklung des Buchungsprozesses 15,3 % der vom Hotel erwirtschafteten Umsätze: „In den Hotels arbeiten viele Menschen tagelang, die Buchung erledigt ein Server binnen Sekundenbruchteilen. Dazu stehen 15 % der Einnahmen in keinem Verhältnis“, so Reitterer.

ÖHV prüft rechtliche Schritte

Besonders erschreckend: 42,2 % der Befragten gaben an, dass OTAs trotz gesetzlichen Verbots versucht hätten, die Ratenparität durchzusetzen: „Von vereinzelten Vorfällen kann da keine Rede sein. Das sieht nach systematischen Gesetzesverstößen aus. Dagegen wird die ÖHV vorgehen.“ Reitterer wünscht sich politische Unterstützung: „Das Regierungsprogramm beinhaltet etwa Schulungen im Direkt- und Plattformvertrieb und die Entwicklung des Lehrberufs Revenue Manager: Das sollte rasch umgesetzt werden.“

Martin Stanits

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Oliver Schenk MA

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