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Burgenlands Tourismus zwischen Qualitätsoffensiven als Chance und 1.700 Euro netto als Standortkiller
Presse

Burgenlands Tourismus zwischen Qualitätsoffensiven als Chance und 1.700 Euro netto als Standortkiller

Burgenlands Hoteliers wollen sich lieber um Angebot und Gäste kümmern als um Wettbewerbsnachteile. Eine praktikable Lösung für den Mindestlohn ist unumgänglich.

17. Februar 2020

„Wir Burgenländer sind zu Recht stolz auf die Erfolgsgeschichte unseres Tourismus, jetzt schlagen mit Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil als Tourismuslandesrat ein neues Kapitel auf“, hält Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung und selbst gebürtiger Südburgenländer, fest. Den Tourismus zur Chefsache zu erklären sei mehr als ein Signal: „Das eröffnet Chancen bei der gemeinsamen Vermarktung von Tourismus und Kultur, Wein und Kulinarik. Damit können wir das Burgenland zur Top-Destination internationalen Formats entwickeln.“ Als nächste Schritte sieht er die weitere Professionalisierung der Branche im Dialog mit den Unternehmern, um den Qualitätstourismus weiterzuentwickeln und international in Szene zu setzen.

 

Sorge um faire Wettbewerbsbedingungen und Arbeitsplätze

„Die massive Erhöhung des Mindestlohns durch Steuergelder setzt Betriebe unter Druck, die nicht einmal im Ansatz über die budgetären Mittel des Landes verfügen. Das kann sich kein privates Unternehmen leisten. Da geht es letzten Endes auch um Landgasthäuser oder Bäckereien, um das gesamte touristische Angebot“, warnt der Branchenkenner vor der Gefährdung von Arbeitsplätzen: „Wir wissen, der neue Tourismuslandesrat hat alles andere als das im Sinn, aber der Mindestlohn im Landesdienst hat weitreichende Folgen für den Wirtschaftsstandort Burgenland.“ Nicht ohne Grund fanden die aktuellen Mindestlöhne die Zustimmung der Gewerkschaften aller Branchen: „Hätten die Betriebe so viel Luft nach oben, wären die Löhne überall höher. Wir sind offen für Lösungen, denken wir die Szenarien durch. Die ÖHV steht mit allen Benchmarks zur Verfügung“, so Gratzer.

 

Aktive Standortpolitik für mehr Investitionen

Die Politik muss für attraktive Rahmenbedingungen und Entlastungen sorgen statt für Belastungen. Attraktive und höhere Löhne sind ein wichtiger Faktor, das Um und Auf ist allerdings, wie die Erhöhung konkret umgesetzt wird: „Die Freisetzung von Mitarbeitern kann nicht das Ziel sein. Das gilt wohl auch für Preiserhöhungen: Wir müssen die Kaufkraft der Gäste mitdenken“, so Gratzer. Weniger Steuern auf Arbeit ist ein Hebel, mehr Förderungen der zweite: „Der Staat wird mehr Lohnsteuer einnehmen, den Handwerkerbonus auf den Tourismus umzulegen wäre also logisch“, wünscht er sich rasch eine Lösung mit Hand und Fuß: „Damit die Gastgeber sich wieder stärker um Angebot und Gäste kümmern können und auch weiterhin aktiv in den Tourismusstandort Burgenland investieren!“

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & UnternehmenssprecherE-Mail senden+43 1 5330952-20
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