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ÖHV-Umfrage: Corona-Bilanz der Hotellerie
Studie, Corona

ÖHV-Umfrage: Corona-Bilanz der Hotellerie

Mit dem Restart des Tourismus ist es auch an der Zeit, Resümee zu ziehen: Was hat gut funktioniert und was weniger gut? Wie stehen die Branche, der Betrieb und die Teams nach mehr als einem Jahr Krise und andauernden Herausforderungen dar? Die Antworten gibt die große ÖHV-Insight-Umfrage, die Anfang Juni am ÖHV-Kongress in Linz präsentiert wurde.

15. Juni 2021

Gesamtreiseverkehr: ein Minus von 23,4 Mrd. Euro

In den Bilanzen der Branche tun sich gewaltige Lücken auf: Einem Einnahmenausfall von 23,4 Mrd. Euro im Gesamtreiseverkehr stehen 2,8 Mrd. Euro an Wirtschaftshilfen und 1,5 Mrd. Euro Kurzarbeit für Beherbergung und Gastronomie gegenüber. Es fehlen also 19 Mrd. Euro1. Das zeigt vor allem eines: So notwendig die Staatshilfen waren, sie ersetzen unternehmerische Arbeit nicht. Ein guter Sommer wäre also wichtig, selbst wenn man nur so viele Nächtigungen erreicht wie im Vorjahr – das entspricht dem Niveau von 1971.

Durchschnittlich 3,3 Mio. Umsatzverlust, starkes Stadt-Land-Gefälle


Auf der betrieblichen Ebene liegt der Umsatzausfall durch Corona bisher bei durchschnittlich 3,3 Mio. Euro je Betrieb, in Wien mit 7,4 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch. In Summe rechnen die Unternehmer 2021 mit einem Umsatzminus von rund 47 % im Vergleich zum letzten Vorkrisenjahr 2019. Quer durch Österreich verfügen 40 % über genug Liquidität für die nächsten zwei Monate, für 49 % wird es knapp. 11 % brauchen dringend Einnahmen, um Kosten decken und damit Arbeitsplätze im Betrieb und in der Region sichern zu können.

Sommer 2021: Jeder zweite Betrieb nimmt Mitarbeiter und Lehrlinge auf


45 % der Hotels haben noch offene Stellen zu besetzen, 50 % möchten Lehrlinge aufnehmen. Am gefragtesten sind Mitarbeiter im Service, der Küche, an der Rezeption und auf der Etage.

Wichtiger Schritt: Einigung bei Kurzarbeit


2/3 der Stadthotels und ein gutes Viertel der Ferienhotels gaben bei der Befragung an, dass sie die Kurzarbeitsentschädigung über den Juni hinaus dringend benötigen würden. Die beschlossene Fortführungen der Kurzarbeit war für diese Betriebe ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig steht der Hürde von 50 %-Umsatzausfall laut ÖHV-Branchenbefragung eine Septemberauslastung in Wien von 51,5 % gegenüber Das heißt, die Hälfte der Hotels wird Kurzarbeit beantragen können, die andere nicht. Wie sich die Reduktion der Entschädigung um 15 % auswirkt, wird man sich noch im Detail ansehen müssen. Hier braucht es eine enge Abstimmung zwischen Politik und Praxis.

Investitionen 2021: besser als erwartet, dennoch Luft nach oben

Licht und Schatten bei den Investitionen: 67 % des für 2021 geplanten Volumens sollen laut ÖHV-Insight realisiert werden. Unterm Strich ist das mehr als gedacht, Potential ist dennoch vorhanden. Eine Neuauflage der erfolgreichen Investitionsprämie wäre ein wichtiger Turbo. Die Banken bekommen für die Unterstützung in der Krise von den Unternehmen eine gute 2 auf der Schulnoten-Skala. 73 % der Befragten sind optimistisch, im Fall der Fälle eine Erhöhung des Kreditrahmens zu bekommen. 13 % sind nicht so sicher, 15 % haben wenig Hoffnung.

ÖHV-Umfrage: Corona-Bilanz der Hotellerie

Ihr Ansprechpartner

Oliver Schenk MA

Oliver Schenk MA

Public AffairsE-Mail senden+43 1 5330952-24

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