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Emirates: Die Nachfrage nach Österreich-Flügen ist definitiv gegeben
Corona

Emirates: Die Nachfrage nach Österreich-Flügen ist definitiv gegeben

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bereits 70 % der über 16-Jährigen geimpft. Die Menschen wollen wieder Reisen und die traditionellen europäischen Destinationen stehen hoch im Kurs. Martin Gross, Area Manager Emirates, über die Corona-Situation im arabischen Raum, den Restart des Flug-Business und einen mit der EU abgestimmten „Travel Pass“.

04. Mai 2021

ÖHV: Welchen Status braucht man aktuell, um mit Emirates zu fliegen?

Martin Gross: Derzeit braucht man für Flüge nach Dubai einen negativen PCR-Test – bei der Rückreise ist ein negativer Antigen- oder PCR-Test nötig, der entweder in Dubai oder spätestens 24 Stunden nach der Einreise in Österreich gemacht werden muss. Darauf folgt eine 10-tägige Quarantäne, die nach 5 Tagen mit einem weiteren Antigen- bzw. PCR-Tests beendet werden kann.

ÖHV: Wie hoch ist der Anteil von Geimpften oder Genesenen in den VAE bzw. in den angrenzenden Ländern und wie einfach könnten Flugreisende zu Tests kommen?

Martin Gross: Mit Stand Ende April haben ca. 70 % der Bevölkerung über 16 Jahren zumindest den ersten Stich bekommen. Die Zahl der Genesenen beträgt ca. 6–7 % der Bevölkerung. Tests sind sehr einfach zugänglich. Es werden in den VAE fast nur PCR-Tests gemacht. Diese bekommt man ab umgerechnet 25 Euro an jeder Ecke.

ÖHV: Welches Image hat Europa hinsichtlich des Umgangs mit Corona in den VAE? Werden Reisen nach Europa/Österreich als sicher empfunden?

Martin Gross: Es wird in den Medien über die Fälle berichtet und es ist der Bevölkerung bewusst, dass es Lockdowns gibt. Gleichzeitig werden die Gesundheitssysteme sowie die Infrastruktur der (west)europäischen Länder als sicher empfunden und der Wunsch zu reisen ist sehr stark gegeben. Vor allem da nahezu jeder Reisende aus den VAE geimpft ist.

Europa als Destination kann heuer sicher von den sehr restriktiven Maßnahmen der asiatischen Länder profitieren.

Martin Gross
Emirates

ÖHV: Wie schätzen Sie konkret die Nachfrage für die Flüge nach Österreich ein?

Martin Gross: Die Nachfrage ist definitiv gegeben und sehr groß. Wir stehen in ständiger Verbindung mit Robert Gröblacher von der Österreich Werbung in Dubai, der mir bestätigt hat, dass sie umgehend nach den angekündigten Öffnungen am 19. Mai zahlreiche Anfragen sowohl von der Reisebranche als auch von Endkunden erhalten haben. Die Menschen wollen wieder reisen und zwar bevorzugt in die „traditionellen“ europäischen Urlaubsländer wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, die Schweiz und natürlich Österreich.

ÖHV: Nachweise über negative Testergebnisse oder Genesung bzw. Impfung, FFP2-Masken, Abstand und Gästeregistrierung werden Maßnahmen sein, die uns noch länger beschäftigen. Wie hoch ist die Akzeptanz für solche Vorkehrungen im arabischen Raum?

Martin Gross: Die Akzeptanz was das Tragen von Masken betrifft ist sehr hoch (wobei FFP2 Masken im Raum nicht typisch sind). In den VAE muss auch Outdoor eine Maske getragen werden und es gibt strenge Strafen, wenn dies nicht gemacht wird. Gleiches gilt für Abstandsregeln, Registrierungspflicht etc. Diese strengen Regelungen sind auch einer der Erfolgsfaktoren, die dazu beigetragen haben, dass die VAE sehr gut durch die Pandemie gekommen sind.

ÖHV: Wann buchen bzw. reisen Gäste aus den VAE und den Nachbarländern bevorzugt?

Martin Gross: Die Haupturlaubszeit ist von Mitte Juni bis Mitte September. Ein wichtiges Motiv ist natürlich die Hitzeflucht bzw. der Familienurlaub im „Grünen“. Die Gäste aus den Golfstaaten buchen generell sehr kurzfristig und sind flexibel. Sie entscheiden allerdings auch sehr spontan bzw. impulsiv. Jene Länder, die als erstes konkrete Reisemöglichkeiten bzw. Sommerurlaub ankündigen, werden sicher punkten.

ÖHV: Wie sehen Sie die Chancen für eine einheitliche Regelung und eine abgestimmte Vorgangsweise? Wie weit ist der „Travel Pass“ der IATA mit dem „Grünen Pass“ vergleichbar bzw. abgestimmt?

Martin Gross: Ich hoffe sehr, dass da alle Länder mit dem gleichen Mass gemessen werden. Derzeit ist ja im Gespräch, das Bewertungsschema der ECGC bei der Entscheidung, welche Einreiseregeln greifen, zur Anwendung zu bringen. Die dafür entscheidenden Kriterien sind offensichtlich Dinge wie die 14-Tage Inzidenz, Testhäufigkeit, Anzahl der positiven Tests etc.  Diese Zahlen sind z.B.  für die VAE alle vorhanden. Ich könnte deshalb absolut nicht nachvollziehen, warum für Non-EU-Länder eine andere Bemessungsgrundlage herangezogen werden sollte!

Der IATA Travel Pass ist sicher mit dem „Grünen Pass“ vergleichbar. D.h. es gibt dort detaillierte Information über Impfung, Tests etc. des Einzelnen. 


Vielen Dank für das Gespräch!
 

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