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Die Hotelimmobilie in Krisenzeiten – Entwicklungen, Nachfrage und Chancen
Corona

Die Hotelimmobilie in Krisenzeiten – Entwicklungen, Nachfrage und Chancen

Wie geht es mit Hotelimmobilien in Krisenzeiten weiter? Welche Entwicklungen stehen uns bevor? Und: Gibt es überhaupt eine Nachfrage? Diese und weitere Fragen beantwortet Simon Kronberger, Director Austria & CEE beim Hotelimmobilienspezialisten Christie & Co.

30. November 2020
Simon Kronberger BA, MSc
Artikel von Simon Kronberger BA, MSc

ÖHV: Wie hat sich der Hotelimmobilienmarkt durch die aktuelle Pandemie verändert?

Simon Kronberger BA, MSc: Nach einem absoluten Rekordjahr 2019, in dem in Österreich ein Transaktionsvolumen von über 1,25 Mrd. Euro durch Hotelimmobilien erreicht wurde, waren auch die Vorzeichen im ersten Quartal 2020 sehr positiv. Durch die Pandemie entstand jedoch Unsicherheit, allen voran bei Investoren, die Hotels als reine Kapitalanlage sehen. So sind seit April nur noch einzelne wenige Transaktionen zu verzeichnen gewesen, wobei speziell Transaktionen in der Stadthotellerie ausgeblieben sind. Erfreulicherweise konnten andererseits vor allem C- und D-Standorte bzw. Feriendestinationen punkten, die durch die Krise generell weniger betroffen sind. Hier ergibt sich eventuell auch langfristig die Chance, die Lücke zur Stadthotellerie als Investmentprodukt zu schließen.

ÖHV: Wie haben sich die Preise entwickelt und welche Produkte sind aktuell gefragt?

Kronberger: Es ist vermutlich noch etwas zu früh, um eine langfristige Preisentwicklung zu prognostizieren. Kurzfristig kann es durch die gefallene Nachfrage zu sinkenden Preisen kommen, wobei sich das Marktgefüge auch immer an anderen Assetklassen orientiert. Da die Preise für z.B. Wohnimmobilien in den letzten Monaten sogar gestiegen sind, könnte dies mittelfristig auch Hotelimmobilien „mitziehen“. Zudem ist in einigen aktuellen Projekten zu erkennen, dass gute Produkte in attraktiven Lagen nach wie vor nachgefragt sind und kaum Preisabschläge zu erwarten haben. Käufer die ausgefallen sind, etwa institutionelle Investoren, wurden durch andere Käufergruppen, z.B. vermögende Immobilieninvestoren und Private Equity Investoren ersetzt, die momentan aktiver sind. Auch Entwickler sind immer wieder auf der Suche nach Hotels, die sich etwa zu Büros oder Wohnungen umnutzen lassen.

ÖHV: Sind Hotelentwicklungen nach wie vor von Interesse bzw. kommen alle geplanten Hotels auch tatsächlich auf den Markt?

Kronberger: Je nachdem welcher Prognose man Glauben schenken darf, werden wohl speziell in der Stadthotellerie einige Hotels nicht wieder öffnen. Auch Projekte, die aktuell in der Planung sind, werden oft einer Prüfung unterzogen und umgeplant oder verkleinert. Es ist davon auszugehen, dass die Pipeline an neuen Hotels in den kommenden Jahren etwas kleiner ausfällt, als noch vor einigen Monaten gedacht. Das eröffnet aufgrund eines geringeren Wettbewerbes natürlich Chancen für Bestandshotels.

ÖHV: Wo sehen Sie hier die größten Chancen?

Kronberger: Natürlich hat die Branche einen grundlegenden Dämpfer erlitten. Der Tourismus ist jedoch einer der wesentlichen Wirtschaftsmotoren in Österreich und die Reiselust wird mit Abflachen der Pandemiekurve wieder zurückkommen. Durch die Marktbereinigung werden sich Chancen ergeben, neue Nischen zu bedienen bzw. Konzepte zu überarbeiten. Hotels mit klarer Positionierung und klarem Konzept, speziell hinsichtlich Hygiene, Nachhaltigkeit und Individualität, werden sich rascher wieder erholen und sich dadurch einen langfristigen Marktvorteil erarbeiten können. Diese sind wiederum auch als Investment stabiler und erreichen in der Regel höhere Immobilienpreise.


Pressekontakt

Sandra Pechac, Marketing Manager Germany, Austria & CEE
T: +49 1726515048, presse@christie.com

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