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Neu 2024
Aktuell

Neu 2024

Was bringt das neue Jahr an Änderungen? Hier ein paar Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

29. Dezember 2023

Lesezeit: 

Geblockte Altersteilzeit

Bei kontinuierlicher Altersteilzeit erhält der/die Arbeitgeber:in Altersteilzeitgeld, das einen finanziellen Mehraufwand im Ausmaß von 90 % ersetzt. Daran ändert sich auch im Jahr 2024 nichts.

Bei geblockter Altersteilzeit, die aus einer Arbeitsphase und einer Freizeitphase besteht, reduziert sich das schon jetzt im geringeren Ausmaß gebührende Altersteilzeitgeld weiter. Es ersetzt Arbeitgeber:innen bei einem Beginn der geblockten Altersteilzeit ab 2024 42,5 %, ab 2025 35 %, ab 2026 27,5 %, ab 2027 20 % und ab 2028 10 % des finanziellen Mehraufwandes. Für geblockte Altersteilzeit, die ab 01.01.2029 beginnt, gebührt kein Altersteilzeitgeld mehr.

In der Praxis spielt diese jahresweise Reduktion des Altersteilzeitgeldes wohl nur mehr eine geringe Rolle, da Vereinbarungen über geblockte Altersteilzeit aufgrund des zu niedrigen Altersteilzeitgeldes schon jetzt nur mehr selten getroffen werden.

Arbeitslosenversicherungsbeitrag

Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag ist auf 5,90 % - jeweils 2,95 % für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen - und für Lehrlinge von 2,40 % auf 2,30 % gesunken.

Geringfügigkeitsgrenze

Bei einer geringfügigen Beschäftigung darf das vereinbarte und bezahlte Entgelt ab 2024 den Betrag von 518,44 Euro brutto monatlich nicht überschreiten. Werden für eine:n Dienstgeber:in mehrere geringfügig Beschäftigte tätig, so ist die Summe der monatlichen allgemeinen Beitragsgrundlagen (ohne Sonderzahlungen) dieser Beschäftigten (auch freie Dienstnehmer:innen) zu ermitteln. Übersteigt diese Summe das Eineinhalbfache der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (2024: 777,66 Euro), haben Dienstgeber:innen seit  01.01.2024 zusätzlich zum Unfallversicherungsbeitrag in der Höhe von 1,10 % eine pauschalierte Dienstgeberabgabe in der Höhe von 19,4 % Prozent zu entrichten (statt bisher 16,4 %).

Erhöhung des Gewinnfreibetrages (Grundfreibetrag)

Der Gewinnfreibetrag für Selbständige beträgt aktuell bis zu 15 % des Gewinnes. Dieser setzt sich aus einem Grundfreibetrag für Gewinne bis zu 30.000 Euro und darüber hinaus einem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag zusammen. Der Grundfreibetrag wird zur weiteren Entlastung von Selbständigen auf 33.000 Euro angehoben.

Kinderbetreuung

Zuschüsse von Arbeitgeber:innen für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren (statt bisher 10 Jahren) bis höchstens 2.000 Euro pro Kind und Kalenderjahr (statt bisher 1.000 Euro) sind steuer- und abgabenfrei. Ab dem Kalenderjahr 2024 können die nachgewiesenen Kosten für die Kinderbetreuung, welche Dienstnehmer:innen selbst verausgaben, auch ganz oder teilweise ersetzt werden. Die Dienstnehmer:innen haben dafür eine Rechnung der Kinderbetreuungseinrichtung vorzulegen, die zum Lohnkonto zu nehmen ist. Wenn Arbeitgeber:innen einen Betriebskindergarten betreiben, ist die Benützung dieser Einrichtung für die Mitarbeiter:innen steuer- und abgabenfrei. Dies gilt ab 2024 auch dann, wenn auch betriebsfremde Personen ihre Kinder in dieser Einrichtung betreuen lassen können.

Körperschaftssteuer sinkt auf 23 %

Ab der Veranlagung 2024 liegt die Körperschaftssteuer  bei 23 % Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) und vergleichbare ausländische Gesellschaften unterliegen in Österreich der Mindest-KöSt. Ab 2024 beträgt die Mindest-KöSt für alle GmbHs unabhängig vom Datum der Gründung und von der Höhe des Stammkapitals nur noch 500 Euro/Jahr.

Mitarbeiterprämie

Der Nationalrat hat am 15.12.2023 beschlossen, dass die Ende des Jahres auslaufende steuer- und abgabenbefreite Teuerungsprämie für das Jahr 2024 als Mitarbeiterprämie verlängert wird. Nun sind die Sozialpartner am Zug - denn um die Begünstigung in Anspruch nehmen zu können, ist eine Verankerung im Kollektivvertrag oder Ähnlichem notwendig! Hier die Aussendung des BMF dazu.

ORF-Beitrag statt GIS-Gebühr

Der ORF-Beitrag ist seit Jahresbeginn eine geräteunabhängige Haushaltsabgabe und wird für Unternehmen an der Bruttolohnsumme bemessen.

Pensionsantrittsalter für Frauen

Das Alter, in dem Frauen in Pension gehen können, wird ab 01.01.2024 von 60 Jahren in halbjährlichen Schritten auf 65 Jahre angehoben.  Für Frauen mit einem Geburtstag zwischen 01.01.1964 und 30.06.1964 beträgt das Pensionsantrittsalter damit bereits 60,5 Jahre, für Frauen mit einem Geburtstag zwischen 01.07.1964 und 31.12.1964 61 Jahre, usw.

Weiterarbeit nach Pensionsantritt

Personen, die über das Pensionsantrittsalter hinaus weiterarbeiten, haben schon bisher einen Zuschlag zur Pension erhalten. Dieser beträgt neu 5,1 % statt 4,2 % und kann für maximal 3 Jahre bezogen werden.

Außerdem müssen Arbeitgeber:innen für solche Personen Dienstnehmeranteile in der Pensionsversicherung nur für jenen Teil ihrer Bezüge abführen, der über der doppelten Geringfügigkeitsgrenze liegt. Damit reduziert sich die Belastung durch Sozialversicherungsbeiträge für diese Personengruppe. Die Dienstgeberanteile in der Pensionsversicherung bleiben hingegen unverändert. An der Tatsache, dass die Pensionen gemeinsam mit den Bezügen zu versteuern sind, ändert diese Regelung nichts. Diese Begünstigung in der Sozialversicherung gilt vorerst für die Jahre 2024 und 2025.

ÖGK-Infos zum Entfall des Dienstnehmeranteils zur Pensionsversicherung

Richtwerte Sachbezug Wohnraum

Falls für Wohnraum, den Dienstgeber:innen den Dienstnehmer:innen zur Verfügung stellen, Sachbezug anzusetzen ist, bilden die je Bundesland unterschiedlichen Richtwerte die Berechnungsbasis. Mit dem 01.01.2024 sind bei der Berechnung des Sachbezuges für Wohnraum neue Richtwerte anzuwenden.

Steuerfreie Zuschläge

Mit 2024 werden Steuerfreibeträge wie folgt erhöht: Für steuerfreie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sowie für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge werden die monatlich maximalen Steuerfreibeträge von 360 auf 400 Euro angehoben und der monatliche steuerfreie Höchstfreibetrag für Überstundenzuschläge wurde für die Jahre 2024 und 2025 auf 200 Euro (bisher 86 Euro) für max. 18 Überstunden (bisher max. 10 Überstunden) angehoben. Ab dem Jahr 2026 reduzieren sich diese wieder auf max. 10 Überstunden, allerdings mit einem Betrag von 120 Euro.

Verpflichtung, Teilzeitkräfte über Stellenangebote zu informieren

Bereits jetzt besteht die Verpflichtung, Teilzeitbeschäftigte über freiwerdende Stellen im Betrieb zu informieren, wenn sie dadurch die Möglichkeit haben, ihre Teilzeit aufzustocken. Dies gilt in Zukunft auch für neu ausgeschriebene Stellen. Verletzen Arbeitgeber:innen diese Verpflichtung, besteht das Risiko, bei einer Anzeige von der Bezirksverwaltungsbehörde eine Verwaltungsstrafe von mehreren 100 Euro zu erhalten. Zusätzlich erwerben Arbeitnehmer:innen nunmehr aber auch einen unmittelbaren Schadenersatzanspruch gegen Arbeitgeber:innen in Höhe von 100 Euro, die sie im Streitfall am Arbeitsgericht geltend machen können.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Maria Wottawa

Mag. Maria Wottawa

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