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Frage 2: Blick auf Herbst und Winter unter Corona-Vorzeichen

Es ist ein schmaler Grat zwischen einer umsichtigen Herangehensweise zur Verhinderung zukünftiger Lockdowns und notwendigen Freiheiten, um Business- und Leisure-Gästen einen – attraktiven! – Aufenthalt in Oberösterreich ermöglichen zu können. Gleichzeitig braucht es Modelle für etwaige Lockdowns und den Fall etwaiger Reisebeschränkungen für Österreich bzw. Oberösterreich in wichtigen Quellmärkten. Skizzieren Sie bitte Ihren Maßnahmenmix!

Landesrat  Markus Achleitner (ÖVP - die Oberösterreich Partei)

Foto: © Land OÖ

Eines hat Corona bestätigt: Touristiker sind gewohnt, neben ihrer hohen Gastgeberqualität flexibel auf Situationen zu reagieren. Ebenso wie Gäste. Und wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.

Seit Beginn der Pandemie wurden in enger Abstimmung zwischen Bund, Land, Interessenvertretungen, Tourismusorganisationen und Betrieben Schutz-Maßnahmen entwickelt, wie zum Beispiel Präventionskonzepte für unterschiedliche Segmente (Kultur-/Veranstaltungsbranche, Seilbahnen/Wintersport, Thermen- und Gesundheitstourismus) oder die digitale Gästeregistrierung. Diese sind im Einsatz erprobt, werden laufend evaluiert und bei Bedarf weiterentwickelt – und können auch im Herbst / Winter jederzeit wieder angewandt und intensiviert werden.

Auch das „OÖ. Powerprogramm Tourismus“ mit 5 konkreten Punkten und die umfangreichen Restart-Kommunikationsmaßnahmen (flexible Markt- und Gästekommunikation / Marketing, nachhaltige Qualitätssteigerung durch gemeinsame Content-Offensive, Förderprogramm für Projekte aus der Landes-Tourismusstrategie) zeigen erste Wirkung: Die Sommersaison entwickelt sich im Vergleich zu 2020 positiv, aktuell (Mai-Juni) sind die Nächtigungen auf 60 % Niveau von vor der Krise – eine weitere Unterstützung ist dabei gesichert.

Wesentlich ist neben dem Maßnahmen- auch der Themenmix für den Herbst (aktuelle Kampagne unter dem Motto „Herbstglück“) und insbesondere für den Winter. Nach den Erfahrungen des Wintersports im vergangenen Winter setzen wir uns für faire „Spielregeln“ und bundesweit einheitliche Vorgaben ein (bspw. 3-G-Regeln für Gastronomie und Hotellerie anstelle eines Lockdowns). Ergänzend braucht es vor allem praktikable Ein- und Ausreisebestimmungen für ausländische Urlaubsgäste.

Im Tourismusmarketing bereiten sich die Seilbahnen und touristischen Organisationen auch heuer wieder auf flexible Kommunikationsmaßnahmen in den Kernmärkten Ö, D, CZ vor – der USP der oberösterreichischen Skigebiete liegt auf smarten, familiären Angeboten. Neben Wintersport baut Oberösterreich auf starken Säulen wie Naturerlebnis, Gesundheit & Wellness sowie Kultur (Advent), Stadt- und Geschäftsreisen. Zudem können wir über die Kulinarik ganzjährig neue Reiseanlässe schaffen, insbesondere Kurzreisen – oder bestehende Urlaubsthemen mit kulinarischen Genussmomenten aufladen und auch diesen neue Impulse geben.

Mit dem 5-Punkte Powerprogramm für den Tourismus haben wir heuer in Oberösterreich bewiesen, dass wir der Tourismuswirtschaft auch in herausfordernden Zeiten zur Seite stehen. Der Mix aus Unterstützung der Marketingmaßnahmen sowie themenspezifischer Fördercalls, der Förderung von Investitionsvorhaben der Unternehmen oder Aktivitäten am Arbeitsmarkt zeigt Wirkung. Sollte der Pandemieverlauf – was wir natürlich alle nicht hoffen – wiederum Einschränkungen erfordern, werden wir uns selbstverständlich wieder für zielgerichtete Hilfe für die Unternehmen und Mitarbeiter einsetzen.

LH-Stvtr. Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ Oberösterreich)

Foto: © FPÖ OÖ

Weitere Lockdowns lehnen wir ab. Die Wirkung steht in keiner Relation zum Nutzen. Eine 1-G-Regelung, die eine Impfung beispielsweise für Schilifte oder auch für die Gastronomie voraussetzt, wäre der finale Todesstoß für viele Tourismusbetriebe. Aus unterschiedlichen Gründen sind 30 - 40 % der potentiellen Urlaubsgäste nicht geimpft. Dieser Personengruppe den Zugang zu Tourismusbetrieben zu verwehren, ist sachlich nicht zu argumentieren und wirtschaftlich untragbar. Es ist Aufgabe der Bundesregierung, für klare, nachvollziehbare, einheitliche und praxistaugliche Regelungen zu sorgen, um den Betrieben die Basis für die Planbarkeit für die bevorstehende Herbst- und Wintersaison zu ermöglichen.

Landesrat Stefan Kaineder (Die Grünen OÖ)

Foto: © Die Grünen OÖ

Ein gutes Corona-Management wird für den Tourismus in Oberösterreich im Herbst und im Winter wesentlich sein. Tourismus- und Freizeitbetriebe werden für Gäste nur geöffnet gehalten werden können, soweit das Ansteckungsgeschehen unter Kontrolle ist. Wichtigstes Mittel, um dies zu erreichen, wird weiterhin die Schutzimpfung sein. Hier wird es auch auf regionaler Ebene verstärkte Informationskampagnen brauchen, um Impfskeptiker abzuholen. Daneben werden gezielte Eintrittsregeln – die je nach Impffortschritt großzügig oder streng ausgestaltet sein können – notwendig sein.

Abg. zum Nationalrat Mag. Felix Eypeltauer (NEOS)

Foto: © NEOS

Auch hier haben wir schon längst Konzepte vorgelegt, die aber stets von der Bundesregierung abgeschmettert wurden. Tourismus braucht vor allem Vertrauen, um funktionieren zu können. Vertrauen setzt Verlässlichkeit und einen gewissen Grad an Planbarkeit voraus. Die aktuelle Situation wurde von der Bundesregierung so ähnlich vorhergesagt und dennoch war sie nicht vorbereitet. Die Bundesregierung muss klar festlegen, ab welcher Entwicklung des Infektionsgeschehens mit Restriktionen zu rechnen ist und mit welchen Abstufungen dies erfolgen wird. Niemand kann vorhersagen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickeln wird, aber man könnte schon Szenarien und damit einhergehende Schritte vorbereiten. Damit schafft man Vertrauen bei den Betrieben und bei den Gästen – all das geschieht derzeit leider nicht. Selbstverständlich braucht es auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und europäischen Partnern. Brüske Auftritte auf EU-Ebene, um rein innenpolitisch motivierte Ziele zu erreichen, haben leider dem Ansehen geschadet und letztlich auch unserer Image in den Zielmärkten unnötig verschlechtert.

Keine Antwort erhielten wir von der SPÖ Oberösterreich.

Margot Leitner

Margot Leitner

RegionalmanagementE-Mail senden+43 1 5330952-41
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