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Frage 1: Arbeitsmarkt & Tourismus

Welche Maßnahmen wollen Sie für den stark unter Druck geratenen touristischen Arbeitsmarkt setzen? Welche konkreten Modelle planen Sie für Oberösterreich, welche Initiativen wollen Sie von Oberösterreich aus auf Bundesebene setzen und verstärken?

Landesrat  Markus Achleitner (ÖVP - die Oberösterreich Partei)

Foto: © Land OÖ

Den Herausforderungen am Arbeitsmarkt begegnen wir mit unterschiedlichen Ansätzen, die zum Teil auch bereits in Umsetzung sind:

Rasche Soforthilfe durch Aus- und Weiterbildung: OÖ investiert im Jahr 2021 rund 342 Mio. Euro in den Pakt für Arbeit und Qualifizierung

Die Vermittlung von Arbeitskräften soll durch österreichweit gleich angewandte Regularien erleichtert werden. Erhöhung der Mobilität durch das Setzen von Anreizen ist dabei eines der Ziele.

Mittel- bis langfristig: Image & Kommunikation, Jobs im Tourismus attraktiv(er) machen – Anreizsysteme schaffen (Employer Branding)

Weiter starker Fokus auf Qualifikation und Senkung der Drop-Out-Raten in Lehre & Tourismusschule. Bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung, Anpassen der Lehrinhalte auf aktuelle Entwicklungen.

Eine Zusatzinfo: Das Strategieboard des Oberösterreich Tourismus hat in der Sitzung vom Juni 2021 eine Arbeitsgruppe gebildet, um Vorschläge für das Regierungsprogramm der zukünftigen OÖ. Landesregierung zu erarbeiten. Dabei soll u.a. das Thema touristischer Arbeitsmarkt / Fachkräftemangel inkl. definierter Zielsetzungen (wie z.B. Senkung der Drop Out-Raten in der Tourismuslehre bzw. in den Tourismusschulen) im Regierungsprogramm der zukünftigen OÖ. Landesregierung verankert und die dafür notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Details werden über den Sommer erarbeitet.

LH-Stvtr. Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ Oberösterreich)

Foto: © FPÖ OÖ

Der Tourismus ist aufgrund der Covid-Krise schwer angeschlagen. Hotels und Restaurants kämpfen um ihre Existenz. Der von der Regierung verordnete „Dauer-Lockdown" verursachte einen massiven Schaden nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Zulieferbetriebe. Daher ist es wesentlich, dass die touristischen Betriebe durch überbordende Corona-Maßnahmen nicht weiter unter Druck geraten. Dazu zählen insbesondere überzogene Kontroll- und Dokumentationspflichten. Die Abwälzung von behördlichem Corona-Management auf die einzelnen Betriebe sehen wir kritisch, weil das für einen enormen Mehraufwand sorgt. Vielerorts herrscht bereits jetzt Personalmangel. Die Menschen wollen in ihrem Urlaub Ruhe und Erholung finden, das muss im Mittelpunkt stehen.

Landesrat Stefan Kaineder (Die Grünen OÖ)

Foto: © Die Grünen OÖ

Ziel ist, OÖ zur Modellregion für einen nachhaltigen, klima- und umweltfreundlichen Tourismus zu machen, und diese Zielsetzung nicht nur in der Landes-Tourismusstrategie, sondern vor allem auch in der Finanzierungs- und Förderpolitik des Landes OÖ für Tourismusprojekte abzubilden.

Das heißt, die OÖ Tourismuswirtschaft beim Umstieg auf nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Schwerpunktsetzungen stärker unterstützen.

Dazu braucht es eine Stärkung ganzjähriger Tourismuskonzepte, um ganzjährig Arbeitsplätze im Tourismus zu sichern, bei gleichzeitiger Attraktivierung des Tourismusberufes selbst, um diese Arbeitsplätze auch besetzen zu können. Dazu gehören attraktive Lehrlingsentschädigungen und Ausbildungen und Umstiegsmöglichkeiten, wesentlich ist auch die Unterstützung von kindererziehenden Arbeitnehmern durch Erweiterung des Kinderbetreuungsangebots.

Digitalisierung ist für den Tourismus das um und auf! Die meisten Reisen werden mittlerweile digital gebucht. Dazu braucht es an allen Orten in OÖ eine bestmögliche Versorgung mit schnellem Internet. Digitale Plattformen in den Regionen bieten die Möglichkeit zum Informationsaustausch und Vernetzung aller Akteure. Hier sind Tourismusverbände noch stärker gefragt.

Abg. zum Nationalrat Mag. Felix Eypeltauer (NEOS)

Foto: © NEOS

Gerade auf Bundesebene sind viele Fehler in der Krisenbekämpfung passiert – und mangels Fehlerkultur werden viele leider auch fortgesetzt. Was aber jetzt an erster Stelle stehen sollte, sind Reformen! Tourismusbetriebe in Österreich sind nämlich ganz besonders vom jahrzehntelangen Reformstau betroffen. Vom akuten Fachkräftemangel hin zur schwachen Eigenkapitalquote - all diese Probleme waren schon lange vor der Pandemie bekannt, die Schubladen sind voll mit Konzepten. Dort wo die Kompetenz laut Verfassung beim Bund liegt, müssen die Bundesländer konsequent auf Reformen drängen.

Oberösterreich sollte als konstruktive Kraft in der österreichischen Wirtschaftspolitik auftreten – stattdessen wurde soeben ein inhaltsleeres Plakat als Ergebnis eines Show-Reformprozesses im Tourismus von Bundesministerin Köstinger präsentiert. Von der ehemaligen Wirtschaftspartei der oö. ÖVP gab es dazu nichts als lautes Schweigen. Sehr viele Maßnahmen zur Verbesserung des Standortes Österreich - und damit auch Oberösterreich – sind schon lange bekannt und werden von einem Regierungsprogramm in das nächste übernommen, ohne dass eine Umsetzung stattfindet. Facharbeitermangel soll endlich durch eine deutliche Entlastung des Faktors Arbeit – vor allem der 2. und 3. Einkommensstufe - angegangen werden. Durch eine umfassende Modernisierung der Lehre soll dieser Ausbildungsweg wieder attraktiver werden. Die Einführung eines umfassenden One-Stop-Shops, der sämtliche nötigen Eingaben ermöglicht, soll zusätzlich Unternehmer von unnötiger Bürokratie entlasten. Eine Entstaubung des Gesellschaftsrechts mit neuen Finanzierungsgesellschaften soll das vorhandene Vermögen im Land mobilisieren sowie ausländische Investoren anlocken, um heimischen Betrieben mehr Möglichkeiten zur Finanzierung zu geben.

Keine Antwort erhielten wir von der SPÖ Oberösterreich.

Margot Leitner

Margot Leitner

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