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Die Effekte der ökosozialen Steuerreform
Politische Arbeit

Die Effekte der ökosozialen Steuerreform

Unselbständig Beschäftigte und Unternehmen mit hohen Gewinnen sind die größten Profiteure der „größten Steuerreform aller Zeiten“. Die Lohnnebenkosten bleiben hoch.

14. Oktober 2021

Die Senkung der Lohn- und Einkommensteuer sowie der KöSt, ein höherer Gewinnfreibetrag, niedrigere Krankenversicherungsbeiträge, alles finanziert durch Ökosteuern. Wer profitiert am Ende wie stark?


Im Zentrum der Steuerreform steht die Reduktion zweier Lohnsteuersätze:

  • In der zweiten Lohnsteuerstufe (18.000 bis 31.000 Euro) sinkt der Steuersatz ab Juli 2022 von 35 auf 30 %. Lohnsteuerzahler sparen bis zu 650 Euro pro Jahr.
  • In der dritten Lohnsteuerstufe (31.000 bis 60.000 Euro) sinkt der Steuersatz ab Juli 2023 von 42 auf 40 %. Lohnsteuerzahler sparen bis zu 580 Euro pro Jahr. 

Die Krankenversicherungsbeiträge werden ab Juli 2022 für kleinere Einkommen gesenkt, beginnend mit 1,7 Prozent. Entlastungsvolumen: 4,55 Mrd. Euro pro Jahr.

Zusätzlich steigt der Familienbonus ab 1. Juli 2022 von 1.500 auf 2.000 Euro pro Kind und Jahr erhöht. Entlastungsvolumen: 600 Mio. Euro pro Jahr.

Eine Mitarbeitererfolgsbeteiligung bringt unselbständig Beschäftigten bis zu 3.000 Euro steuerfrei pro Jahr. Entlastungsvolumen: 100 Mio. Euro pro Jahr.

Unternehmen mit (hohen) Gewinnen profitieren am stärksten von der KöSt-Senkung um zwei Prozentpunkte. Nur 2,5 % der Unternehmen kommen für 75 % der KöSt auf. Das Entlastungsvolumens von 700 Mio. Euro verteilt sich auf 16,6% der Unternehmen in Österreich.

Für Gewinne bis zu 100.000 Euro soll der Gewinnfreibetrag um zwei Prozentpunkte erhöht werden. Das Entlastungsvolumen von 50 Mio. Euro verteilt sich auf jene 78 % der österreichischen Unternehmen, die als Einzelunternehmen geführt werden, und 5 % Personengesellschaften, sofern sie Gewinne schreiben.

Ab Juli 2022 wird Tanken und Heizen teurer, der Klimabonus kompensiert steigende Kosten für Privatpersonen, aber nicht für Unternehmen. Machen sie keine oder nur geringe Gewinne, werden sie doppelt bestraft. Für energieintensiver Produktionsbetriebe sollen freilich Sonderregeln in Form finanzieller Unterstützung kommen (Carbon-Leakage und Härtefallregelungen).

Die Grenze für "geringwertige Wirtschaftsgüter "steigt von 800 auf 1.000 Euro. Entlastungsvolumen: 150 Mio. Euro.

Dieselprivileg und Pendlerpauschale bleiben, die kalte Progression bleibt, eine spürbare Lohnnebenkostensenkung fehlt.

Ihr Ansprechpartner

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & UnternehmenssprecherE-Mail senden+43 1 5330952-20

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