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Nachhaltiger Plan für Österreichs Leitbranche
Politische Arbeit

Nachhaltiger Plan für Österreichs Leitbranche

Im harten internationalen Wettbewerb mit professionellen Konzernen ist für einen KMU-geprägten Standort wie Österreich eine fundierte Tourismusstrategie zwingend erforderlich.

05. November 2019

Unverzichtbare Grundlage einer wirkungsvollen Tourismusstrategie und -politik sind belastbare Daten. Diese fehlen aktuell zum größten Teil, etwa bundesweite zeitnahe Informationen über Einnahmen in der Qualität der Wiener Daten, Bewegungsdaten und andere anonymisierte Informationen über Status quo und Tendenzen bei Nachfrage und Gästeströmen.

Ein nationales Tourismus-Kompetenzcenter sollte erheben:

  • Trends & Entwicklungen (digital und gesellschaftlich)
  • Volkswirtschaftliche Bedeutung und Entwicklung des Tourismus
  • Betriebliche Rahmenbedingungen und Transformation

Daraus müssen laufend konkrete Maßnahmen für die Bereiche Forschung, Politik, Strukturen und Marketing sowie eine bundesweite Tourismusstrategie abgeleitet werden.

Für Materien mit (Teil-)Zuständigkeiten der Länder sollten verbindliche Ziele auf Basis von §15a-Vereinbarungen geschlossen werden. Grundlegend sollte das Tourismuskapitel im nächsten Regierungsprogramm auf dem vergangenen aufbauen. Ziel muss eine vorausschauende gestaltende Tourismuspolitik auf Basis von gesichertem Wissen sein.

Als erste Richtlinie für die Tourismuspolitik der nächsten Jahre kann eine Prognose des Instituts für touristische Raumplanung (ITR) dienen: Sie geht von einem Anstieg der Nächtigungen in Österreich auf 162 Mio. Nächtigungen bis zum Jahr 2025 aus. Darauf müssen politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ausgerichtet werden, die Steuerung von Gästeströmen (Verkehrsaufkommen, saisonales Gästeaufkommen), die Erhebung des zukünftigen Mitarbeiterbedarfs und -potenzials anhand wissenschaftlicher Prognosen und in weiterer Folge Konzepte für die Ansprache von Qualitätsgästen (positive volkswirtschaftliche Effekte bei Entlastung der natürlichen Ressourcen, höhere Wertschöpfung und geringerer Mitarbeiterbedarf bei optimierter Preisdurchsetzung und Lohnniveaus).

Wir fordern:

  • Die Bekanntmachung von Unternehmensgründungen und Bilanzen soll wie die USt-Voranmeldung online und kostenlos erfolgen.

  • Das Ersetzen der Meldezettel und der damit verbundenen Abläufe durch eine konsequente elektronische Abwicklung der Meldung würde die Betriebe bürokratisch entlasten und den Ressourcenverbrauch reduzieren.

  • Eine Großbaustelle ist und bleibt die Abhängigkeit von KMU von weltweit agierenden marktbeherrschenden Buchungsplattformen. Hier müssen wirkungsvolle Schritte für ein Miteinander auf Augenhöhe gesetzt werden. In erster Linie sollten das Maßnahmen zur Stärkung der Direktbuchung und zur Förderung der Qualifikation von Mitarbeitern sein. Begleitend braucht es Rechtssicherheit und rechtliche Rückendeckung für die Leistungserbringer gegenüber den Vermittlern.

  • Keine Alternative gibt es zu einer zeitgemäßen Regulierung der Sharing Economy auf Bundesebene. Aktuell hat niemand außer den Sharing Economy-Plattformen selbst einen Überblick über einkommen- und umsatzsteuerbewehrte Einnahmen anonymisierter Geschäftspartner. Vergleichbar ist die Situation mit Informationen über den Aufenthalt meldepflichtiger Personen.

Diese konkreten Maßnahmen sollten als erster Teil einer Digitalisierungsoffensive für KMU umgesetzt werden. Ein KMU-Check für Gesetze und Verordnungen würde eine praxisnähere Umsetzung ermöglichen.

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & UnternehmenssprecherE-Mail senden+43 1 5330952-20

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