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Der Tourismus ist digital, die Politik noch nicht.
Digitalisierung, Politische Arbeit

Der Tourismus ist digital, die Politik noch nicht.

Die Digitalisierung ist voll im Tourismus angekommen. Das zeigt auch die große länderübergreifende Benchmarkstudie der ÖHV, des Hotelverband Deutschland (IHA) und Roland Berger „Hotellerie 4.1“.

05. November 2019

92% der befragten österreichischen Hoteliers und 81% der deutschen Hoteliers ungeachtet ihrer Größe oder der Lage ihrer Betriebe erachten die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Hotelbranche als weitreichend.  Damit liegt man deutlich über den Einschätzungen der Vorjahre. Die Bedeutung der Digitalisierung ist grundsätzlich weiterhin auf hohem Niveau, gleichbleibend hoch in Österreich bei rund 83% und leicht steigend bei 74% in Deutschland.

So digital der Tourismus mittlerweile ist, sowenig ist es der Gesetzgeber. Die Umsetzung der DSGVO und vor allem der PSD2 haben das deutlich unter Beweis gestellt. Das sollte sich so schnell wie möglich ändern, denn sonst hechelt Österreich Innovationen hinter her, anstatt sie voranzutreiben. In einem ersten Schritt muss die Politik stärker auf den Input aus der Praxis hören. Denn die, die tagtäglich hautnah an der Materie dran sind, wissen es am besten. Nicht umsonst hat schon die Vergangenheit gezeigt, dass dort, wo Praktiker mit an Board sind, es klappt. Da gilt es dran zu bleiben!

Wir fordern:

  • Die Bekanntmachung von Unternehmensgründungen und Bilanzen soll wie die USt-Voranmeldung online und kostenlos erfolgen.

  • Das Ersetzen der Meldezettel und der damit verbundenen Abläufe durch eine konsequente elektronische Abwicklung der Meldung würde die Betriebe bürokratisch entlasten und den Ressourcenverbrauch reduzieren.

  • Eine Großbaustelle ist und bleibt die Abhängigkeit von KMU von weltweit agierenden marktbeherrschenden Buchungsplattformen. Hier müssen wirkungsvolle Schritte für ein Miteinander auf Augenhöhe gesetzt werden. In erster Linie sollten das Maßnahmen zur Stärkung der Direktbuchung und zur Förderung der Qualifikation von Mitarbeitern sein. Begleitend braucht es Rechtssicherheit und rechtliche Rückendeckung für die Leistungserbringer gegenüber den Vermittlern.

  • Keine Alternative gibt es zu einer zeitgemäßen Regulierung der Sharing Economy auf Bundesebene. Aktuell hat niemand außer den Sharing Economy-Plattformen selbst einen Überblick über einkommen- und umsatzsteuerbewehrte Einnahmen anonymisierter Geschäftspartner. Vergleichbar ist die Situation mit Informationen über den Aufenthalt meldepflichtiger Personen.

Diese konkreten Maßnahmen sollten als erster Teil einer Digitalisierungsoffensive für KMU umgesetzt werden. Ein KMU-Check für Gesetze und Verordnungen würde eine praxisnähere Umsetzung ermöglichen.

Martin Stanits

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & UnternehmenssprecherE-Mail senden+43 1 5330952-20

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