Abschreibungen reparieren, Standort stärken!

Der internationale Wettbewerb um Gäste wird immer härter. Steigende Erwartungen und neue, moderne Konkurrenzangebote verschärfen die Situation. Will Österreich seine Spitzenposition im Tourismus weiter behaupten, heißt das für die Top-Hotellerie vor allem eines: investieren. Das Klima dazu ist aber alles andere als ideal. Die ÖHV fordert eine Reparatur der Abschreibungen, um Investitionen zu forcieren.

Der Trend hält seit Jahren an: Österreichs Top-Hotellerie realisiert nicht ihr gesamtes Investitionsvolumen.
Eine aktuelle Befragung der ÖHV zur Wintersaison zeigt, dass ein Viertel der Betriebe weniger Geld investiert als zuvor veranschlagt. Hintergrund: Das aktuelle lineare Abschreibungsmodell über 40 Jahre spiegelt nicht die Praxis wieder. Sanitärräume oder Spa-Bereiche müssen alle 10 bis 15 Jahre erneuert werden, können aber nur über 40 Jahre abgeschrieben werden. Vor steigendem internationalen Wettbewerbsdruck tut sich somit eine gefährliche Abwärtsspirale auf: Schafft man es nicht, Gästen eine moderne Infrastruktur zu bieten, werde ich über kurz oder lang nicht am Markt bestehen können, denn je weniger Gäste, desto weniger Geld für Investitionen steht zur Verfügung.

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Abschreibungsmodelle im Vergleich


Um neue Möglichkeiten aufzuzeigen, hat die ÖHV gemeinsam mit Deloitte einen Vergleich gängiger Abschreibungsmodelle erstellt. Als Berechnungsgrundlage dient ein zweisaisonaler Tiroler Musterbetrieb, dessen Verschuldung das 1,5fache des Umsatzes beträgt und folgende GuV-Struktur aufweist:

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Die Auswirkungen folgender Abschreibungsmodelle wurden beleuchtet:

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Auswirkungen auf Cash-Flow & Ertragssteuerbelastung


Der Barwert der abgezinsten Cash-Flows sowie jener der Ertragssteuerbelastung über verschiedene Betrachtungszeiträume zeigt nachfolgendes Bild. Ausgangsbasis der Berechnungen ist jeweils die lineare Abschreibung nach aktueller österreichischer Gesetzeslage. Der Cash-Flow bzw. die  Ertragssteuerbelastung der linearen Abschreibung wird demnach mit 100 %, die beiden anderen Modelle werden in ihrer prozentuellen Abweichung dazu angeführt.

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ÖHV-Forderungen: AfA reparieren, GWG-Grenzen anheben


Um das Investitionsklima anzukurbeln, braucht es Impulse. Die Reparatur der AfA bietet hierbei mehrere Möglichkeiten. Der Wechsel auf ein degressives Abschreibungsmodell, also die Kombination aus hoher AfA in den Anfangsjahren und Sofortaufwand von Instandhaltungen, führt zu einer niedrigeren Steuerlast für die Betriebe und in weiterer Folge zum höchsten Liquiditätszufluss.

Soll das lineare Modell bestehen bleiben, ist es dringend nötig, dass die Abschreibedauer auf 25 Jahre gesenkt wird. Die Schere zwischen gesetzlichen Vorgaben und der tatsächlichen Gebrauchszeit muss geschlossen werden.

Gleichzeitig zeigt auch der Blick ins europäische Ausland, dass die Grenzen der geringwertigen Wirtschaftsgüter mit 400 Euro sehr niedrig angesetzt sind. Eine Anpassung an das deutsche Niveau von 800 Euro ist nötig.

 

Kontakt

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & Unternehmenssprecher

Oliver Schenk, MA

Public Affairs