ÖHV: Verwunderung über IV-Berechnungen

Die IV fordert von Bund und Ländern mit Zahlentricksereien mehr Förderungen, die ÖHV die Rückkehr zur sachlichen Standortpolitik.
 
Zu Ostern hebt der IV-Chefökonom mit seinem privaten Forschungsinstitut im Auftrag der WKÖ-Sparte Tourismus den hohen Stellenwert des Tourismus hervor, eine Woche darauf für IV-Landesverbände, dass sie viel wichtiger sind als der Tourismus: „Weil er beim Tourismus die Seilbahnen weglässt und bei der Industrie noch Energieproduzenten und Bau dazurechnet“, stellt Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), richtig. In Tirol trägt der Tourismus 28% zur Wertschöpfung bei, in Salzburg 20% und in Vorarlberg 15% - der IV-Chefökonom errechnet in seiner Studie einen Durchschnitt von 11,5 %.
 

Rückzugsgefecht?

„Und unser Stellenwert für Wertschöpfung und Arbeitsmarkt steigt weiter. So gesehen ist das natürlich ein Rückzugsgefecht der Industrie, die Ära der großen Verstaatlichten ist vorbei. In den Medien dominieren Artikel über Standortschließungen und Ängste vor Mitarbeiterabbau durch Industrie 4.0. Die Vernetzung von Tourismus, Landwirtschaft und Umwelt aber bietet die Basis für die Lebensqualität in Österreich, jetzt und in Zukunft: „Durchaus auch mit der Industrie, sie hat ihren Platz – neben den prosperierenden Tourismusregionen. Die Landeshauptleute von Tirol, Salzburg und Vorarlberg haben das erkannt“, plädiert Gratzer für den richtigen Standortmix.
 

Miteinander statt gegeneinander

Landeshauptleuten über Medien auszurichten, sie mögen Parteipolitik statt Sachpolitik machen und der Industrie mehr Förderungen überweisen, ist für Gratzer eine „Grenzüberschreitung, die ich in der Form noch nicht erlebt habe. Die Landeshauptmänner werden das einzuordnen wissen“. Es sei schon schwierig genug, gemeinsam die großen Probleme zu lösen, so Gratzer: „Nur wenn wir miteinander arbeiten statt gegeneinander, werden wir etwas weiterbringen in der Standortpolitik und vielleicht sogar beim Jahrhundertprojekt Bürokratieabbau. Also lassen wir das bitte!“

Wien, 10.04.2018

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Martin Stanits

Leitung Public Affairs & Unternehmenssprecher

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