Stärken und Schwächen des nationalen touristischen Arbeitsmarkts im internationalen Vergleich


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Stärken
  • international anerkannt hohe Ausbildungsqualität
  • keine Streiks
  • Arbeitsplätze für Personen mit geringer Qualifikation und zur Integration Erwerbstätiger in den Arbeitsmarkt
  • hochqualitative Wohn-, F&B-, Freizeitangebote
  • gute Verdienst- und Karrierechancen unabhängig von der Vorbildung
  • regionale Arbeitsplatzgarantie
  • internationale Arbeitsmarktchancen
  • abwechslungsreiche Tätigkeit
  • viel sozialer Kontakt
  • arbeiten, wo andere Urlaub machen!
 
Schwächen
  • hohe Arbeitskosten durch Steuern und Lohnnebenkosten
  • niedrige innerösterreichische Mobilität
  • ausgeprägter kostenintensiver Wettbewerb um Arbeitskräfte
  • Saisonalität
  • keine ausreichende Kinderbetreuung für atypische Arbeitszeitmodelle
  • teilweise niedrige Arbeitsmotivation im Hilfsarbeiterbereich durch geringes Gefälle zwischen Tariflöhnen und Sozialleistungen
  • hohe Fluktuation, Abwanderung in andere Branchen
  • ausbaufähige Praxisnähe der Ausbildung
  • „schwarze Schafe“ unter Lehrlingsausbildern: Überprüfung der Befähigung fehlt


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Stärken
  • Duales Ausbildungssystem sorgt für hohe Praxisnähe der Ausbildungen und somit für sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit
  • Auch insgesamt seit Jahren geringe Arbeitslosigkeit
  • In den letzten Jahren fast 40 % Steigerung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe
  • Attraktive Hotel- und Gastronomiebetriebe sind attraktive Arbeitgeber
  • Gute und vielfältige Weiterbildungsangebote
  
Schwächen
  • In vielen Regionen Fachkräfteangebot auf dem Markt nahezu erschöpft, teilweise auch Arbeitskräfteangebot insgesamt
  • Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen
  • Im Vergleich insbesondere zu Schweiz, Österreich niedrigeres Lohnniveau
  • Fokus von Politik, Volkswirtschaft und allgemeiner Öffentlichkeit auf Industriebranchen und Großunternehmen, dadurch zu wenig Unterstützung und Interesse für Mittelstand und Dienstleistungsbranchen
  • Jedenfalls in Westdeutschland im Vergleich z.B. zu Frankreich oder Skandinavien geringer Anteil an (Vollzeit) berufstätigen Frauen, unzureichendes Kinderbetreuungsangebot insbesondere abends und am Wochenende


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Stärken
  • Liberales Arbeitsrecht
  • langjährige Sozialpartnerschaft garantiert Arbeitsfrieden für mehr als 230 000 Arbeitnehmende und rund 27000 Betriebe
  • Vollbeschäftigung (2,6% Arbeitslosigkeit) und Wirtschaftswachstum (+2.5% 2018) fördert den Konsum von Dienstleistungen der Branche
  • Arbeitsplätze für Personen mit geringer Qualifikation und zur ersten Integration von Erwerbstätigen in den Arbeitsmarkt
  • Im Alpenraum ist der Tourismus oftmals der wichtigste Arbeitgeber
 
Schwächen
  • Im internationalen Vergleich Hochpreis- und Hochlohninsel
  • Ausgeprägter Fachkräftemangel, längerfristig zeichnet sich dieser aufgrund der demographischen Entwicklung (in der CH und Europa) sogar bei Hilfskräften ab
  • Geringe Produktivität der Branche
  • Hohe Fluktuation, Abwanderung in andere Branchen
  • Im Vergleich zu anderen Branchen geringere Branchenattraktivität


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Stärken

Südtirol hat viel familiengeführte Betriebe, die auf Grund ihrer Verwurzelung im Land und ihrer Einbindung in die örtliche Gemeinschaft eine große Verantwortung für ihre Mitarbeitenden verspüren. Dies wirkt sich positiv auf die Sicherheit der Arbeitsplätze und deren Qualität aus.
 
Schwächen

Die in Südtirol herrschende Vollbeschäftigung und die Tatsache, dass aus den osteuropäischen EU-Ländern (gemeint sind insbesondere Ungarn, Tschechien und Polen) auf Grund des dortigen sozialen und wirtschaftlichen Aufschwungs, nicht mehr jene Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt, die der Tourismus bräuchte, macht die Besetzung der offenen Stellen zweifelsohne nicht einfach. Es trifft überdies zu, dass steigenden Qualitätsansprüche im Tourismus laufende Anpassungen – sprich eine Aufstockung des Stellenplanes erforderlich machen. Die Folge ist, dass Betriebe auf Grund des Mangels an Arbeitskräften dem Ruf nach flexibleren Arbeitszeitmodellen folgen bzw. eine 5-1/2 bzw. 5 Tagewoche bei gleichem Lohn einführen oder mit übermäßigen Lohnforderungen konfrontiert werden. Dies schlägt sich Kostenseitig entsprechend zu Buche.
 
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Kontakt

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & Unternehmenssprecher

Oliver Schenk, MA

Public Affairs