Maßnahmen mit negativer Auswirkung auf Beschäftigung


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Einführung der sog. „Auflösungsabgabe“ in Höhe von aktuell 131 Euro bei Beendigung echter oder freier arbeitslosenversicherungspflichtiger Dienstverhältnisse durch den Dienstgeber. Der Betrag wird jährlich aufgewertet, die Höhe ist unabhängig von der Höhe des Entgelts des Mitarbeiters und der Dauer des Dienstverhältnisses. Der Betrag ist vom Arbeitgeber mit der Lohnabrechnung an die Gebietskrankenkasse abzuführen. 2017 beschloss der Nationalrat, die Abgabe ab 2020 nicht mehr einzuheben.


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Bei der Einkommenssteuer gab es erste Ansätze, die sog. „Kalte Progression“ zu reduzieren.
Bei den Sozialversicherungsbeiträgen gibt es gegenläufige Entwicklungen: Die Arbeitslosenbeträge sind aufgrund der guten Beschäftigungssituation in Deutschland deutlich gesunken. Auf der anderen Seite sind die Beiträge zur Pflegeversicherung aufgrund der demografischen Entwicklung und von Leistungsausweitungen gestiegen und werden auch weiter steigen. In der Krankenversicherung gab es eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung, nachdem mehrere Jahre lang die Arbeitnehmer allein sog. Zusatzbeiträge tragen müssten; das bedeutet eine deutliche Kostenbelastung für die Arbeitgeber. Bei der Unfallversicherung sind die Beitragslasten aufgrund der sinkenden Zahl und Schwere von Arbeitsunfällen seit Jahren sinkend. Beim größten Kostenblock, den Renten, sind zwar in den letzten Jahren die Beiträge aufgrund der guten Beschäftigungssituation gesunken. Aufgrund zahlreicher Leistungsausweitungen (Mütterrente, Rente mit 63) werden die Beiträge allerdings perspektivisch stark steigen, wenn es keine weiteren Reformen gibt.
Unter dem Strich ist der Gesamtsozialversicherungsbetrag bisher noch in etwa stabil bei rund 40 %, die Kostenverteilung hat sich allerdings zu Lasten der Arbeitgeber verändert. Für die Zukunft gehen wir von steigenden Kosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus.
Positiv bewerten wir die Entscheidung, Arbeitnehmer in sog. Midijobs (neu ab 1.7.2019: bis 1.300 € im Monat) von Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten. Problematisch ist die Tatsache, dass die Verdienstgrenze bei den sog. Minijobs (bis 450 € - Pauschalabgabe 30 %) seit vielen Jahren nominal nicht verändert wurde und somit real sinkt.


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  • Die Stellenmeldepflicht (vgl. oben Arbeitsmarktservice) verteuert durch den hohen bürokratischen Aufwand die Rekrutierung
  • In der Schweiz liegen die Lohnnebenkosten zwischen ca. 7,7% und 16,2% des Bruttolohns, je nach Branche und Alter der Angestellten
  • Anstehende Sanierung der Sozialversicherungen wird sich ab 2020 durch eine Verteuerung der Lohnnebenkosten bemerkbar machen


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In Italien wurden mit dem „Würde-Dekret“ im Jahr 2018 die befristeten/saisonalen Arbeitsverträge bei Wiedereinstellung bzw. Verlängerung mit einem zusätzlichen Aufschlag von 0,50 Prozent Sozialabgaben belastet.

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Kontakt

Martin Stanits

Leitung Public Affairs & Unternehmenssprecher

Oliver Schenk, MA

Public Affairs