Deloitte ÖHV Tourismusbarometer: Die Ergebnisse


Tourismusindex

gesamt_2018_short.jpgDer zentrale Wert im Deloitte ÖHV Tourismusbarometer ist der Tourismusindex. Gewichtet und errechnet nach dem Schulnotensystem spiegelt er die Stimmung in der Branche wieder. Beeinflusst wird er von folgenden Faktoren:
 
  • Die aktuelle Lage sowie die Entwicklungschancen des Tourismus
  • Die regulatorischen Rahmenbedingungen
  • Die aktuelle Situation und Entwicklung des jeweiligen Unternehmens

2018 liegt der Tourismusindex bei einem Gesamtwert von 2,83. Im Vergleich zum Vorjahres-Wert von 2,99 sprticht das für eine leicht verbesserte Stimmung. Trotz der positiven Aussichten für den Sommer hatten die Betriebe auch heuer wieder mit einigen Hürden zu kämpfen, die die Stimmungslage etwas trüben. Allen voran ist hier die Mitarbeiterverfügbarkeit zu nennen, gefolgt vom allgemeinen Kostendruck sowie der Abgaben- und Steuerlast. Hier braucht es rasch klare und nachhaltige Verbesserungen!
 

Wirtschaftliche Lage Tourismus: Pfeil zeigt nach oben
 

wirtschaftliche_lage_detail_2018.jpgDie gute Schneelage im Winter und der anhaltende Boom beim Städtetourismus legen die Grundsteine für eine positive Bilanz: drei Viertel der Befragten sehen die die aktuelle Situation gut (54 %) oder sehr gut (21 %). Am deutlichsten macht sich der Trend in Tirol, Vorarlberg und Wien bemerkbar. Unterm Strich bewerten die Betriebe die wirtschaftliche Lage im eigenen Bundesland mit 2,07 nach dem Schulnotensystem.

Nichtsdestotrotz ist der Blick auf 2019 etwas vorsichtiger: rund 40 % der Befragten rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, 53 % glauben an eine Stagnation. In Summe ergibt das eine Note von 2,64. Zusammengefasst mit der Einschätzung für 2017 (2,53) ergibt sich eine Gesamtbewertung von 2,41.

 


Optimistisch in den Sommer

 
prognose-naechtigungen_2018.jpgDie heimischen Hoteliers sehen ein Plus im Sommer: jeder Zweite rechnet mit mehr Nächtigungen, 37 %
 sehen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Nur etwas mehr als jeder zehnte Befragte sieht sich unter dem Niveau von 2017. Die Haltung schlägt sich auch in den Umsatzerwartungen nieder: 62 % erwarten steigende Zahlen, der Großteil siedelt diese allerdings unter der 5 %-Marke an.

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Besonders positiv ist die Stimmung in der Bundeshauptstadt: 80% erwarten sich ein Sommerplus, drei Viertel davon mehr Nächtigungen. Mit Rückgängen rechnet kein Wiener Touristiker. Kritischer sieht man die heißen Monate des Jahres im Westen des Landes: In Tirol befürchten heuer mit 15 % überdurchschnittlich viele Unternehmer ein Minus im Vergleich zum Sommer 2017. Einen Nächtigungsrückgang machen hier sogar fast 18 % aus.

 

Wintersaison 2017/18: gute Umsatzentwicklung

wintersaison_2018.jpgFür den Großteil (57 %) der Betrieb entwickelte sich die abgelaufene Wintersaison wie erwartet. Mehr als jeder Vierte lag über Plan, 16 % sahen noch Luft nach oben. Ein Bild, das sich auch bei den Saisonumsätzen widerspiegelt: Knapp 70 % sind mit den Einnahmen sehr zufrieden (20 %) oder zufrieden (49 %). Im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil jener, die wenig bis gar nicht zufrieden sind um fast 10 Prozentpunkte. In der Bundesländerbetrachtung zeigt sich, dass für die Touristiker in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg die Saison besser als erwartet verlief, während die Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen in Niederösterreich und der Steiermark nicht ganz erfüllt werden konnten. In Schulnoten gefasst ergibt sich eine Benotung von 2,49 im Vergleich 2,57 im Vergleich zur Vorjahressaison.
 

 

Negativer Einfluss: regulatorischer Rahmen

regluatorisches-umfeld_2018_short.jpgBereits der erste Blick verrät, der regulatorische Rahmen belastet alle Betriebe – das zeigt auch die Benotung von 3,44. Darunter summiert: die Felder Steuern und Abgaben, die Kosten wie Lohnniveau und Betriebskosten, die Mitarbeiterverfügbarkeit wie auch der regionale der Mitbewerb. Trotz leichter Verbesserungen im Bereich der Kostenbelastung und bei der aktuellen Steuer- und Abgabensituation sehen die Befragten hier die größten Herausforderungen. Verschlechtert hat sich die Situation bei der Mitarbeiterverfügbarkeit. Der Mitbewerb hat hingegen keinen entscheidenden Einfluss auf die Betriebe.

Der Blick in die Bundesländer zeigt, dass die Unternehmer in Wien (3,12) und dem Burgenland (3,00) am wenigsten unter der schwierigen Situation leiden. So belastet beispielsweise die Betriebe der Bundeshauptstadt die die aktuelle Kostensituation sowie die Steuer- und Abgabenlast am wenigsten im Vergleich im Vergleich. In der Tourismushochburg Salzburg empfinden die Tourismusunternehmer die Kostensituation (4,09) und auch die Mitarbeiterverfügbarkeit (3,97) als überdurchschnittlich belastend.
 

Investitionen und Finanzierung: Leichte Verbesserung, dennoch viel Luft nach oben!

Trotz der boomenden Wirtschaft gab ein knappes Drittel der befragten Hoteliers an, schwieriger oder sogar deutlich schwieriger eine Finanzierungszusage von den Banken zu bekommen. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) sahen keine Veränderung zum Vorjahr, lediglich jeder Achte macht eine Verbesserung aus. 72 % wollen ihre Investitionen wie geplant (2017: 59 %), etwas mehr als jeder Zehnte über dem veranschlagten Niveau tätigen. Mit einem gedrosselten Volumen rechnen rund 16 %.

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Dauerbrenner: Mitarbeiterverfügbarkeit

mitarbeiter_2018_short.jpgAlle Bereiche des Tourismusbarometers verzeichneten eine positivere Stimmung als im Vorjahr, mit einer einzigen Ausnahme: Mitarbeiter. Bereits 2017 vergaben die Touristiker eine unterdurchschnittliche Note von 3,68. Ein Wert, der sich nochmals verschlechterte. Aktuell liegt er bei 3,78. Die größte Herausforderung: die Verfügbarkeit. Für mehr als jeden Zweiten hat sich die Situation zum Vorjahr noch einmal verschlechtert. Drei Viertel aller Hotels suchen noch zusätzliche Mitarbeiter für die laufende Saison. Am gefragtesten sind Mitarbeiter für die Bereiche Küche, Service und Rezeption.
Im Bundesländervergleich sticht Kärnten besonders hervor. Hier ist die Mitarbeitersuche für mehr als drei Viertel der Befragten schwieriger geworden. Das ist der negative Spitzenwert. Tirol folgt mit 65 %. In Wien und der Steiermark hingegen ist die Situation für die Mehrheit der Arbeitgeber unverändert. Eine positive Entwicklung findet man in keinem Bundesland.

Die Konsequenz: Ein knappes Drittel der Betriebe musste sein Angebot bereits aufgrund von unbesetzten Stellen zurückfahren. Am schwierigsten gestaltet sich die Situation im Westen: in Vorarlberg musste jeder zweite das Angebot kürzen. Österreichweit waren die meisten Betroffenen gezwungen, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen. 11 % der Betriebe mussten auch qualitative Abstriche machen (z.B. Umstellung von à-la-carte auf Menü). Für 2 % war der Mangel so gravierend, dass ein Betriebsteil geschlossen werden musste. In 37 % der Betriebe stehen weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel, wenn passende Mitarbeiter nicht rechtzeitig gefunden werden. Insgesamt zeichnet sich ein Ost-West-Gefälle ab: Während die Situation im Burgenland, in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich im Österreichschnitt erträglich scheint, ist man in Tirol und Vorarlberg deutlich angespannter.




 

Kontakt

Oliver Schenk, MA

Public Affairs

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