Influencer? Sind Sie auch schon infiziert?




Über Influencer Marketing wird viel diskutiert. Und eines ist sicher: Wenn es funktionieren soll,
ist es nichts, was man mal so nebenbei macht. Doch mit der richtigen Strategie ist es ein mächtiges
Tool für mehr Reichweite, Markenbekanntheit und somit potentielle Buchungen. Social
Media-Stratege Thomas Meyer zeigt, wie Sie den passenden Influencer für Ihr Haus finden.


Influencer sind Menschen, die einen oder mehrere Social Media-Kanäle nutzen, einen möglichst homogenen Kreis an Followern besitzen und diese Reichweite für gebuchte Werbung nutzen. Ihre Fans folgen ihnen, weil sie meist zu ganz bestimmten Themen posten und ihre Inhalte für sie interessant sind. Und Influencer sind v.a. eines: glaubwürdig. Ich könnte mit statistischen Zahlen um mich werfen – doch appelliere ich an unser aller Bauchgefühl: einer Botschaft einer von mir als "Freund" wahrgenommenen Person (und das sind viele Influencer für ihre Follower) vertraue ich mehr, als der direkten Werbebotschaft eines Unternehmens. Diesen Freundschafts-Status und die Reichweite der Influencer macht man sich beim Influencer Marketing für den Transport der eigenen Werbebotschaft zunutze.

Wie gehe ich es am besten an?
Stellen Sie sich vor, sie wollen folgende Zielgruppe für Ihr Hotel gewinnen: 25-35 Jahre, urban, überdurchschnittliches Einkommen. Sie wissen, dass diese Zielgruppe sehr viel Zeit in Social Media investiert und Sie dort eine sehr gute Chance haben, diese zu erreichen. Nun stehen Sie vor einigen Herausforderungen. Wie sprechen Sie die Zielgruppe richtig an? Welche Fotos bzw. Videos sollten Sie
verwenden? Und wer soll das alles machen?

Schritt 1: Voraussetzung ist eine durchdachte Social Media-Strategie. Wen erreiche ich wo mit welchen Inhalten und wie messe ich, ob das alles schlussendlich auch in Buchungen resultiert (unter der Annahme, dass Buchungen das Ziel sind... man könnte ja auch die Bekanntheit des Hotels grundsätzlich steigern wollen).

Schritt 2: Nach der Definition meiner Zielgruppe und der Festlegung, auf welchem Kanal ich sie erreichen will, recherchiere ich passende Influencer. Es gibt mittlerweile gute Tools, die dabei behilflich sein können, die richtigen Influencer zu finden und auszuwählen. Gefiltert nach Größe, Branche und Anzahl der Interaktionen kann man sich für sein Thema und seine Region die passenden Accounts zusammenstellen lassen. Mit Tools wie socialblade.com kann man checken, ob die Accounts „sauber“ sind oder nicht – sprich, ob sie Fans dazugekauft haben oder organisch gewachsen sind. Ich schau mir zusätzlich an, ob die Inhalte zu mir passen, ob die Follower aktiv sind (qualitative Kommentare!) und ob sie eh nicht schon mit 100 anderen Hotels kooperieren.

Schritt 3: Der für unser Beispiel passende Influencer postet regelmäßig zum Thema "Reisen" und hat ein ausgewogenes Verhältnis zwischen eigenen und werblichen Posts. Ich werde ihn oder sie kontaktieren, nach einem Mediakit fragen (demographische Verteilung der Fans, Anzahl der aktiven Follower, Reichweite und Impressionen) und dann mit ihm oder ihr gemeinsam entscheiden, auf welchem Kanal, welche Inhalte in welcher Frequenz Sinn machen. Schritt 4: Unabdingbar ist, dass ich während der Kampagne die Auswirkungen auf meiner Website beobachte. Der Einsatz von Tracking-Links und die ständige Beobachtung meiner eigenen Analytics sind die Basis für jede Influencer-Kampagne – denn schlussendlich möchte ich wissen, welche Auswirkungen die ganze Aktion hat. Auch muss man über den Einsatz eines Facebook-Pixels sprechen – auf der eigenen Seite UND im besten Fall am Blog des Influencers. Man sieht nach dieser kurzen Einführung schon: Influencer Marketing ist nichts, was man mal so nebenbei macht. Es wird nirgendwo mehr Werbebudget verbrannt, als in diesem Bereich. Und somit darf ich zum Abschluss meinen Papa zitieren: zuerst denken, dann handeln ;-)