Tourismus-Ja zu Beschäftigungsbonus: Akutbehandlung für klaffende Wunde Lohnnebenkosten

Standort Österreich braucht Radikalkur, um fit zu werden für Standortwettbewerb.
 
„Die Beschäftigung in Österreich wird nur steigen, wenn Arbeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer attraktiv bleibt. Der Beschäftigungsbonus trägt dazu bei“, erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), das klare Ja des Tourismus zum Beschäftigungsbonus. Die Arbeitskosten in Österreich seien krankhaft hoch: „Wir liegen auf der Intensivstation und reden von der Rückkehr an die Weltspitze. Damit wir da eine Chance haben, müssen wir Schluss machen mit Völlerei und Raubbau und auf unsere Substanz schauen.“
 

Nachhaltige Lohnnebenkostensenkung setzt Sparwillen voraus

„Die Lohnnebenkosten in Österreich sind für alle Arbeitsplätze zu hoch, nicht nur für neue“, hält Reitterer fest und begrüßt daher die Einschränkung auf 3 Jahre: „Dieses Ablaufdatum hat einen Riesenvorteil: Die Parteien wissen jetzt schon, wir brauchen bald ein neues Gesetz“, verweist die Arbeitgebersprecherin auf einiges Verbesserungspotenzial: „In mitarbeiterintensiven Branchen wird das zum massiven Wettbewerbsnachteil für eingesessene Betriebe. Neueröffnungen profitieren bei Personalkosten von 35 % in der Top-Hotellerie enorm.“ Unverzichtbar sei eine sparsamere Gebarung der Organisationen, die aus den Lohnsummen finanziert werden.
 

Saisonbetriebe: Mindestbeschäftigung verbessert, viele Stichtage bleiben Problem

Das beschlossene Gesetz enthält klare Verbesserungen zu vorherigen Entwürfen: 4 statt 6 Monate Mindestbeschäftigung schließen Saisonbetriebe nicht von vornherein aus. Alles andere wäre der Branche – nach USt-Erhöhung und AfA-Verlängerung – auch nur schwer zu erklären gewesen, schließlich zahlen sie an den 2 Mrd. Euro dafür in jedem Fall mit. Die hohe Anzahl von Stichtagen bleibe Hürde genug für Betriebe mit stark schwankender Nachfrage.

29.06.2017, Wien

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Martin Stanits

Public Affairs & Research

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