Nettolohnvereinbarung

 
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Laut den Arbeitsrechtsexperten Dr. Ingrid Korenjak und Mag. Augustin Weber von der Rechtsanwalts-Partnerschaft Doralt Seist Csoklich sind Nettolohnvereinbarungen grundsätzlich zulässig. Bei derartigen echten Nettolohnvereinbarungen richtet sich der Anspruch des Arbeitnehmers nur auf den Nettolohn. Das Steuerrisiko trifft in diesem Fall den Arbeitgeber, der einerseits generelle Steuererhöhungen zu tragen hat, andererseits aber gewährte Steuervorteile nicht weitergeben muss (9 ObA 72/03h).
 
Der Arbeitnehmer hat auch im Falle einer Nettolohnvereinbarung einen zivilrechtlichen Anspruch auf eine Lohnabrechnung, damit er überprüfen kann, ob der Arbeitgeber die vom Arbeitslohn abzuführenden Steuern, SV-Beiträge und sonstigen Abgaben dem Gesetz entsprechend abgerechnet und abgeführt hat (ARD 2015, 8).
 
Eine Vereinbarung, wonach sämtliche lohnsteuerliche Veränderungen ausschließlich zugunsten des Arbeitgebers ausfallen, d.h. dass Steuererhöhungen das Nettogehalt schmälern, Steuersenkungen dieses jedoch nicht erhöhen, ist nicht zulässig.
 
Natürlich steht es jedem Arbeitgeber frei, Vorteile aus einer Änderung der Steuern freiwillig an seine Mitarbeiter weiterzugeben z.B. in Form einer Erhöhung des vereinbarten Nettolohnes.
 
Stand: Februar 2017

Kontakt

Mag. Maria Wottawa

Leitung Mitgliederservice