ÖHV startet Mitarbeiteroffensive in Spanien

Modell gegen Mitarbeitermangel & Jugendarbeitslosigkeit

12. Oktober 2012

ÖHV (Wien): 50% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, gleichzeitig Fachkräftemangel in Österreich? Das muss nicht sein. Die ÖHV vermittelt offen Stellen in Österreichs Top-Hotellerie an Arbeit suchende Spanier.


In Südeuropa steht eine ganze Generation vor einer ungewissen Zukunft. Mit einer Arbeitslosenrate von 25% ist Spanien europäisches Schlusslicht. Und die Arbeitslosigkeit steigt rasant weiter, übertroffen nur noch von Griechenland. Jeder Zweite unter 25 sucht einen neuen Job. „Das ist eine schreckliche Entwicklung. Wir brauchen dafür Lösungen. Aber keine Spendentöpfe, sondern nachhaltige Konzepte, die langfristig tragfähig sind“, ist Peter Peer, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) überzeugt.

Österreich: Lehrlings- und Fachkräftemangel
In Österreich bietet sich ein konträres Bild: In der Wachstumsbranche Tourismus können immer mehr Betriebe Ausbildungs- und Arbeitsplätze nicht mehr besetzen. Adäquate Mitarbeiter haben Seltenheitswert. Im September waren 2.187 Lehrstellen und 1.721 Positionen für Tourismusfachkräfte sofort zu besetzen. „Während in Südeuropa eine ganze Generation verzweifelt, kämpfen wir um jeden Mitarbeiter“, so Peer.

Spanische Fachkräfte für die heimische Tourismusbranche
Die ÖHV hat daher die erfolgreiche Fachkräfteoffensive im Zuge der Arbeitsmarktöffnung 2011 weiterentwickelt und eine genau auf die aktuellen Bedürfnisse adaptierte Jobvermittlungs-Plattform installiert – die erste, die offene Stellen in der österreichischen Hotellerie auf Spanisch präsentiert. www.oportunidad-austria.es ist mit der Facebook-Seite www.facebook.com/OportunidadAustria verknüpft und informiert Interessierte über Leben und Arbeiten im Land. Abgewickelt wird die Vermittlung über die Plattform der Hogast, www.hogastjob.com. Zur idealen Bewerbung wird das Projekt von einer breit angelegten PR- und Social Media-Kampagne gestützt. Neben geplanten Sprachkursen, um die neuen Mitarbeiter optimal in die Betriebe zu integrieren, besteht die Möglichkeit einer Förderung durch die spanische Arbeitsagentur SEPE für Arbeitnehmer und -geber.

Breite Unterstützung für ÖHV-Projekt
Davon profitieren junge Menschen doppelt: sofort von einem Arbeitsplatz und mittelfristig von der Erfahrung, die sie im Land des Tourismusweltmeisters sammeln konnten, in einer weltweit aufstrebenden Branche mit de facto-Arbeitsplatzgarantie. „Wir bieten jungen Menschen eine nachhaltige Perspektive, gleichzeitig finden unsere Betriebe die dringend benötigten Fachkräfte. Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Peer. Wie eine ÖHV-interne Befragung ergeben hat, würden rund 88% der mehr als 1200 Mitgliedsbetriebe das Projekt unterstützen. Die Spanische Botschaft in Wien und die Österreichische Botschaft in Spanien, das Referat für Flüchtlings- und Integrationsförderung des Bundesministeriums für Inneres, spanische Hotelkonzerne sowie Schwesterorganisationen und Schulen begrüßen das Projekt. „Die Resonanz von allen Seiten zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das gibt uns Hoffnung“, so Peer.

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