ÖHV-Destinationsstudie 2016: Städte weiter top, Land holt auf

ÖHV (Wien): Die Sieger der ÖHV-Destinationsstudie 2016: Wien, Innsbruck und seine Feriendörfer, Stadt Salzburg, Bodensee Vorarlberg und Ötztal Tourismus. Neben Städten performen Sport-, Berg- und Kulturregionen am besten.

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Eine druckfähige Version finden Sie rechts zum Download © ÖHV

„Mit der 17. ÖHV-Destinationsstudie knüpfen wir nahtlos dort an, wo wir letztes Jahr aufgehört haben: die Messung von Destinations-Performance in Top-Qualität, aktuell und treffsicher“, streicht Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), hervor. Das eigens mit Vertretern von Landestourismusorganisationen und Destinationsmanagern entwickelte Analysemodell garantiert einen österreichweiten Benchmark mit aktuellsten Daten, der allen Ansprüchen gerecht wird. „Das spiegeln auch die Ergebnisse wider. Konstanz, sprich die nachhaltige und gute Arbeit in den Destinationen, als Qualitätsmerkmal – für die Verantwortlichen und das Modell“, ergänzt Mag. Klaus Grabler, Geschäftsführer von MANOVA. Ausgehend von der Beherbergungsstatistik der Statistik Austria werden folgende Faktoren jeweils im Status Quo und der Veränderung im Zeitraum der Tourismusjahre 2012/13 – 2014/15 beurteilt:
  • Nächtigungen
  • Auslastung
  • Marktanteil
  • Internationalität und
  • Saisonalität


Schließt sich die Stadt-Land-Schere?

„Am Ranking lassen sich gut die Entwicklungen der letzten Jahre ablesen. Der urbane Raum boomt, Städtereisen sind das Trendsegment schlechthin. Ein Wachstum von 5,7 % spricht da für sich“, verweist Gratzer auf die top platzierten Destinationen Wien, Innsbruck und seinen Feriendörfern und Salzburg Stadt. Ebenso schnitten die Städte Klagenfurt und Graz stark ab, beide schafften es unter die Top-10 Aufsteiger. Die Steigerungsraten in diesem Segment stammen hauptsächlich aus europäischen Ländern oder Fernmärkten, die Märkte Deutschland und Österreich legten hier nur leicht zu. Gleichzeitig zieht auch der ländliche Raum an: Bodensee Vorarlberg und Ötztal Tourismus, als beste nicht-städtische Destinationen, belegen die Ränge vier und fünf und verweisen dabei Linz, eine letztjährige Top-Stadt, auf die hinteren Ränge.


Moderne Rahmenbedingungen für Innovation schaffen!

Diese Entwicklung als ein Schließen der Stadt-Land-Schere interpretiert, ist aus momentaner Sicht jedoch noch zu weit gegriffen: „In den letzten Jahren haben sich viele klassische Feriendestinationen und Hotels breiter aufgestellt, Stichwort Saisonverlängerung, und spannende neue Angebote geschaffen. Dennoch gibt es noch viel Luft nach oben“, sieht Gratzer vor allem die Politik am Zug. Vielerorts kann vorhandenes Innovationspotential nicht ausgespielt werden, da die Rahmenbedingungen hinterher hinken. Gerade jetzt, in Zeiten von starker Nachfrage müssen aktiv die Weichen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Branche gestellt werden.
 

Beste Performance: Sport, Berg und Kultur

Der Blick auf die Segmentierung der Destinationen nach Topographie- (z.B. Berg, See, Stadt) und Angebotstypen (z.B. Sport, Wellness, Kulinarik) zeigt folgendes Bild: „Abseits der Städte sind vor allem ‚Sport und Berg’- sowie ‚Sport und Kultur’-Destinationen die Gewinner der Destinationsstudie 2016“, fasst Grabler zusammen. Profiteure der Nächtigungssteigerungen waren vor allem 4-5-Stern Hotels. „Die Häuser in dem Segment punkten mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis“, ergänzt Gratzer. Wenig oder unterdurchschnittliches Wachstum wiesen hingegen Regionen mit Ausrichtung auf „Natur und Genuss“, „Wellness und Kulinarik“ bzw. „Sport und Nachhaltigkeit“ auf. Die Einzelergebnisse im Überblick:
  • Trendwende bei „Stadt und Kultur“-Destinationen – nach Rückgängen in den letzten Jahren wiesen die Regionen ein Nächtigungsplus von 2,6 % auf. Von den Zuwächsen profitierten in erster Linie 4-5-Stern Hotels und Ferienwohnungen.
  • Nach einem Minus im Vorjahr legten „See und Berg“-Regionen um 2,5 % zu. Auch hier profitierte vor allem die gehobene Hotellerie.
  • Regionen, die auf Wellness und Kulinarik setzen, verbuchten in diesem Jahr die geringsten Zuwächse. Zusätzlich sank die Auslastung nach drei Jahren leichtem Anstieg erstmals wieder (-1,3 %). Ein Minus verzeichnete hier vor allem der dominante inländische Markt.
  • Unterdurchschnittlich performen auch „Natur und Genuss“-Gebiete (+ 1,2 % Nächtigungen). Stärkere Verbesserungen konnten die Hotels hier bei der Auslastung (+2,7 %) verzeichnen.
  • Ähnlich das Bild bei der Spezialisierung „Sport und Nachhaltigkeit“: ein Nächtigungsplus von 1 % ging mit einer leichten Auslastungssteigerung einher.
  • „Sport und Kultur“-Destinationen landeten mit einem Plus von 3 % bei Nächtigungen unter den Top-Performern, zudem stieg die Auslastung mit +4,3% stark an.
  • Ebenso ganz vorne mit dabei: ganzjährige Destinationen mit Fokus auf „Sport und Berg“. Diese fuhren +3 % beiden Nächtigungen ein. Die Auslastung hingegen ging das zweite Jahr in Folge um 3% zurück. Der Anstieg ist in erster Linie dem Hauptmarkt Deutschland zu verdanken, der um 3,3% zulegte. In winterlastigen Destinationen mit Schwerpunkt Sport und Berg waren etwas geringere Zuwächse zu beobachten (zwischen 2 % bis 2,7 %).


Destinationsstudie online in WEBMARK Destinationen von MANOVA

Die Destinationsstudie auch online: Alle Einzelindikatoren und das Gesamtranking können in WEBMARK, dem Online-Statistik-Tool von MANOVA, vertiefend eingesehen und analysiert werden. Das Tool bietet detaillierte Informationen zur Entwicklung einzelner Märkte oder Unterkunftsarten in sämtlichen Tourismusregionen seit dem Jahr 2000. „Destinationsmanagement aus dem Bauch heraus war gestern, datengestütztes Arbeiten die Zukunft. Kein anderes Werkzeug bietet eine vergleichbare Tiefe und Qualität in Analyse und Aufbereitung“, ist Grabler überzeugt.

26.09.2016, Wien

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Martin Stanits

Public Affairs & Research

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